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Ukraine meldet neue Angriffe auf Azovstal in Mariupol

05:45
05.05.2022
Nach Angaben des ukrainischen Militärs haben die russischen Truppen erneut versucht, das Stahlwerk Azovstal in der Hafenstadt Mariupol zu erstürmen. „Mit Unterstützung der Luftwaffe hat der Gegner seinen Angriff mit dem Ziel erneuert, das Fabrikgelände unter seine Kontrolle zu bringen“, teilte der ukrainische Generalstab in seinem Lagebericht mit.

In dem Stahlwerk haben neben den ukrainischen Kämpfern Schätzungen zufolge auch noch bis zu 200 Zivilisten Zuflucht gesucht. Für die nächsten Tage hat Russland eine tägliche, auf mehrere Stunden begrenzte Feuerpause angekündigt, damit diese Menschen sich in Sicherheit bringen können.

Gespannt bleibt die Lage auch an anderen Frontabschnitten im Donbass. Demnach stehen die ukrainischen Truppen vor Donezk unter schwerem Beschuss von Artillerie und Luftwaffe. Das russische Militär versucht, weiter Angriffe auf die Städte Liman, Popasna und Sjewjerodonezk zu initiieren. Eigenen Angaben nach konnten die Ukrainer die Angriffe abwehren.

Einen Erfolg meldete der Generalstab von der Südfront: Demnach sei es dort gelungen, dem Gegner die Kontrolle über mehrere Ortschaften an der Grenze zwischen den Gebieten Cherson und Mykolajiw zu entreißen. Details und Ortsnamen nannte die Kiewer Militärführung dabei nicht. Von unabhängiger Seite ließen sich die Angaben nicht überprüfen.

Denise Frommeyer

Amt: Mehr als 600.000 Ukraine-Flüchtlinge in Deutschland erfasst

05:35
05.05.2022
Mehr als 600.000 Menschen aus der Ukraine sind laut dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) seit Kriegsbeginn nach Deutschland geflohen. Dem Ausländerzentralregister (AZR) zufolge waren davon knapp 70 Prozent Frauen und Mädchen und zu 40 Prozent Kinder und Jugendliche, wie die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstag) berichten.

Das Bamf hat demnach Daten aus dem Register analysiert. Seit Ende Februar seien bislang 610.103 Personen aus der Ukraine neu erfasst worden (Stand: 30. April). 600.168 davon seien ukrainische Staatsangehörige; das entspricht 98,4 Prozent. Nur ein sehr kleiner Anteil der Flüchtlinge aus der Ukraine kommt demnach ursprünglich aus anderen Teilen der Welt, etwa aus Afrika, Asien oder dem Nahen Osten.

Unklar ist laut Bericht, wie viele der im AZR erfassten Ukrainer beziehungsweise Drittstaaten-Angehörige nach der Erfassung in Deutschland in ein anderes EU-Land weitergereist sind oder trotz des Krieges bereits in ihre Heimat zurückgekehrt sind. Behördenangaben zufolge könne es sich um eine "erhebliche Zahl" handeln. Oft meldeten sich Personen nicht ab. Rund 216.000 Personen sind laut den Angaben "vollständig mit biometrischen Merkmalen" registriert, also mit Fingerabdrücken und einem biometrischen Passfoto. Von den anderen mehreren hunderttausend ukrainischen Flüchtlingen seien bislang nur persönliche Daten wie Name und Geburtstag erfasst, nicht aber etwa Fingerabdrücke.

Die Zahl der neu in Deutschland ankommenden Flüchtlinge aus der Ukraine ist zuletzt laut Bundespolizei im Vergleich zum März deutlich gesunken. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) sprach unlängst zudem von täglich rund 20.000 Ukrainern, die allein von Polen aus wieder in ihr Heimatland zurückkehrten, trotz fortdauernder Kriegshandlungen vor allem im Osten des Landes.

Denise Frommeyer