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Selenskyj hofft auf weitere Rettungsaktionen aus Mariupol

04:16
05.05.2022
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hofft auf weitere erfolgreiche Evakuierungsaktionen für Zivilisten aus der fast vollständig von russischen Truppen eroberten Hafenstadt Mariupol. Die ukrainische Seite werde die dafür notwendigen Feuerpausen einhalten, sagte er am Mittwoch in seiner abendlichen Videobotschaft aus Kiew. „Wir hoffen, weiterhin Menschen aus Azovstal, aus Mariupol retten zu können“, sagte Selenskyj. In der stark zerstörten Stadt ist die Lage besonders kritisch für die Ukrainer, die im Stahlwerk Azovstal Zuflucht gesucht haben.

Der Präsident berichtete von einem Telefonat mit UN-Generalsekretär António Guterres über die Evakuierungen. Sie finden unter Vermittlung der Vereinten Nationen und des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz statt. Am Mittwoch waren 344 Menschen aus Mariupol und Umgebung auf ukrainisch kontrolliertes Gebiet geholt worden, am Dienstag 156 Flüchtlinge.

Die russische Armee hat für Donnerstag, Freitag und Samstag Feuerpausen angekündigt, um den Abzug von Zivilisten zu ermöglichen. Zugleich greifen die Truppen aber das Stahlwerk massiv an, um die letzten dort verschanzten ukrainischen Verteidiger auszuschalten.

Denise Frommeyer

Kapitel

Mittwoch, 04. Mai 2022

Scholz will Gespräche auch mit Putin fortsetzen

21:47
04.05.2022
Bundeskanzler Olaf Scholz wird nach eigener Aussage weiterhin auch mit dem russischen Präsident Wladimir Putin reden. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte am Dienstag mit Putin telefoniert. Auf die Frage, ob er auch entsprechende Pläne habe, verwies Scholz am Mittwoch in Berlin auf viele Gespräche mit den Präsidenten der Ukraine und Russlands. Diese seien richtig gewesen. „Und selbstverständlich werde ich die auch fortsetzen. Die Situation ist aber wie sie ist und was gegenwärtig stattfindet, darüber dürfen wir uns keinerlei Illusionen machen“, fügte er hinzu.

Der russische Präsident verfolge unverändert eine Zielrichtung, die nicht hingenommen werden könne und die in die Irre führe, sagte Scholz. Ein Friede könne nur gewonnen werden, wenn sich Russland darauf einlasse, mit der Ukraine eine Vereinbarung abzuschließen, die diese selbst unterstütze. „Ein Diktatfrieden wird nicht funktionieren.“ Der Bundeskanzler nannte die Situation „unverändert bedrohlich“ und „dramatisch“ und forderte Putin zu einem Ende der Kampfhandlungen auf: „Russland soll sofort die Waffen schweigen lassen.“

Michael Rabba

Ukraine-Krieg bremst Wachstum im deutschen Onlinehandel

21:27
04.05.2022
Der Ukraine-Krieg bremst das Wachstum des Onlinehandels in Deutschland. „Nach zwei Rekordjahren in 2020 und 2021 stößt das Umsatzwachstum im Onlinehandel in diesem Jahr mit Blick auf die schlechte Konsumstimmung wegen des russischen Krieges in der Ukraine wohl an seine Grenzen“, prognostizierte am Mittwoch der Handelsverband Deutschland (HDE). Der Verband senkte seine Umsatzprognose für den E-Commerce im laufenden Jahr um rund 1 Milliarde auf 97,4 Milliarden Euro.

Der Onlinehandel habe 2020 und 2021 auch aufgrund des coronabedingten Lockdowns und der Zugangsbeschränkungen im stationären Einzelhandel enorme Umsatzzuwächse erzielt, sagte der stellvertretende HDE-Hauptgeschäftsführer Stephan Tromp. Aktuell leide der E-Commerce aber wie der gesamte Einzelhandel unter der schlechten Verbraucherstimmung. Das Wachstum im Onlinehandel werde voraussichtlich deutlich schwächer ausfallen als in den vergangenen beiden Jahren. Dennoch bleibe der Onlinehandel Wachstumstreiber für den gesamten Einzelhandel.

Der HDE geht im Onlinehandel nun für das laufende Jahr von einem Umsatzwachstum in Höhe von 12,4 Prozent auf dann 97,4 Milliarden Euro aus. Bislang hatte der Handelsverband ein Plus von 13,4 Prozent prognostiziert. Zum Vergleich: In den Jahren 2020 und 2021 konnte der Online-Handel noch um 23 beziehungsweise 19 Prozent zulegen.

Denise Frommeyer