Letztes Update:
20220429185414

Slowakei und Polen bereiten Kampfflugzeug-Lieferung an Ukraine vor

18:54
29.04.2022
Die Slowakei und Polen haben eine Vereinbarung getroffen, die es ermöglicht, slowakische MiG-29-Kampfflugzeuge an die Ukraine zu übergeben. Das gaben die Verteidigungsminister der beiden Länder am Freitag in Bratislava bekannt. Polen habe sich bereit erklärt, mit seinen amerikanischen F-16 den slowakischen Luftraum zu sichern, wenn die MiG nicht mehr zur Verfügung stehen, sagte der slowakische Verteidigungsminister Jaroslav Nad.

Sein polnischer Amtskollege Mariusz Blaszczak bezeichnete es als „vollkommen natürlich“, dass die polnische Luftwaffe ihr Einsatzgebiet auf das südliche Nachbarland ausdehne. Die Slowakei ist wesentlich kleiner als Polen, beide EU- und Nato-Länder grenzen direkt an die Ukraine und unterstützen diese intensiv mit humanitärer und militärischer Hilfe.

Nad und andere Vertreter der slowakischen Regierung hatten zunächst stets dementiert, dass die Slowakei dem ukrainischen Wunsch nach Übergabe der MiG-Kampfflugzeuge sowjetischer Bauart nachkommen könne. Diese Flugzeuge wolle man zwar längerfristig loswerden, weil nur Techniker aus dem feindlichen Russland sie warten könnten. Vorerst aber seien sie unverzichtbar, bis die Slowakei ihre bereits vor einigen Jahren in den USA bestellten F-16 bekomme.

Jan-Felix Jasch

Polen und Tschechien fordern mehr EU-Gelder für Ukraine-Flüchtlinge

16:17
29.04.2022
Polen und Tschechien wollen gemeinsam zusätzliche EU-Gelder für die Versorgung der Ukraine-Flüchtlinge in ihren Ländern einfordern. Darauf einigten sich der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki und sein tschechischer Kollege Petr Fiala am Freitag in Warschau. Es müsse sich um ganz neue Mittel handeln - und nicht um Gelder, die von einer Schublade in eine andere verschoben werden, betonte Morawiecki.

Seit Beginn der russischen Invasion Ende Februar haben nach offiziellen Angaben mehr als drei Millionen Ukrainer die Grenze zu Polen überschritten. In Tschechien haben mehr als 316 000 Kriegsflüchtlinge Zuflucht gefunden und eine Aufenthaltserlaubnis erhalten. Dennoch sei man weiter gegen einen dauerhaften Umverteilungsmechanismus für Schutzsuchende innerhalb der EU, betonte Fiala: „Wir ändern unseren Standpunkt nicht.“

Jan-Felix Jasch