Letztes Update:
20220429062147

Lehrerverband: Zu wenige Lehrkräfte für Flüchtlingskinder

05:52
29.04.2022
 Die Politik unternimmt aus Sicht des Lehrerverbands zu wenig, um kurzfristig zusätzliche Lehrkräfte für Flüchtlingskinder aus der Ukraine an die Schulen zu bringen. „Man müsste große Kampagnen starten - bei Pensionisten, die in den Schuldienst zurückkehren sollen, bei Lehramtsstudierenden, die an den Schulen mithelfen“, forderte Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, in der „Augsburger Allgemeinen“ (Freitag). „Und ich kann mir vorstellen, dass finanzielle Anreize Teilzeitkräfte dazu bewegen könnten, vorübergehend ihre Stunden aufzustocken.“

Zudem sei zu erwarten, dass ein beträchtlicher Teil der ukrainischen Kinder die Realschule oder das Gymnasium anstrebe. „Diese Schulen sind auf Willkommensgruppen aber gar nicht eingestellt“, sagte Meidinger. Zumindest im laufenden Schuljahr, sehe es „noch eher nach Durchgewurschtel aus“, meinte der Verbandschef.

Patrick Reichelt

Scholz: Putins Krieg richtet sich gegen das Wesen von Demokratie

05:17
29.04.2022
Berlin (dpa) - Der vom russischen Präsidenten Wladimir Putin begonnene Krieg richtet sich nach Ansicht von Bundeskanzler Olaf Scholz nicht nur gegen die Ukraine, sondern auch gegen das Wesen von Demokratie. Putin verfolge nicht nur das Ziel, die Ukraine zu zerstören, schrieb der SPD-Politiker in einem Gastbeitrag für die „Welt“ (Freitag). „Sein Krieg richtet sich gegen alles, was Demokratie ausmacht: Freiheit, Gleichheit vor dem Gesetz, Selbstbestimmung, Menschenwürde.“ Dem gegenüber träten die demokratischen Länder der Welt allerdings derzeit so geschlossen auf wie lange nicht: „Hier zeigt sich, was uns als Demokratien verbindet: Die Überzeugung, dass Recht der Macht Grenzen setzen muss.“

Scholz führte weiter aus: „Wer die Existenz gemeinsamer menschlicher Werte an sich in Abrede stellt, weiß nicht, wovon er spricht. Wer es dennoch tut, ist einfach ignorant.“ Diese Person wisse nicht, „dass ein Leben in Freiheit, Gerechtigkeit und Würde kein auf den Westen beschränktes Ideal darstellt“ und übersehe, dass es humanistische Werte gebe, die über „Zeiten und Grenzen hinweg von allen Menschen geteilt werden“. Das sei auch der Grund, warum Menschen überall auf der Welt „Trauer, Mitgefühl und Wut“ empfinden würden, wenn sie die Bilder ermordeter Frauen, Männer und Kinder aus Butscha oder anderen Orten der Ukraine sehen.

Patrick Reichelt