UN-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet hat den russischen Truppen in der Ukraine Gräueltaten einschließlich Vergewaltigungen und Einsatz von Streubomben vorgeworfen. In den acht Kriegswochen sei das humanitäre Völkerrecht "nicht nur ignoriert, sondern anscheinend beiseite gewischt" worden, sagte Bachelet am Freitag in Genf. Handlungen wie die Bombardierung von Wohngebieten, die Tötung von Zivilisten und die Zerstörung von Krankenhäusern und Schulen stellten möglicherweise Kriegsverbrechen dar.
Das Ausmaß der Massaker in zeitweise russisch besetzten Gebieten komme erst allmählich ans Licht, so die Menschenrechtskommissarin. Es gebe mehr als 300 Hinweise auf die willkürliche Tötung von Zivilisten aus den Regionen Kiew, Tschernihiw, Charkiw und Sumy. Berichte über Folter, Misshandlungen und kollektive Hinrichtungen gebe es von allen kriegführenden Parteien, betonte Bachelet.