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Human Rights Watch: Belege für Kriegsverbrechen in Butscha

07:21
21.04.2022
Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat im ukrainischen Butscha nach eigenen Angaben umfangreiche Belege für Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit gesammelt. Laut einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht dokumentierten eigene Mitarbeiter vor Ort Massenhinrichtungen, wahllose Erschießungen von Zivilisten, Verschleppungen und Folter sowie den Einsatz von Sprengfallen.

Die Organisation betonte, eine behördliche Sicherung von Beweismaterial mit internationaler Hilfe sei entscheidend, um die Verantwortlichen einmal zur Rechenschaft ziehen zu können. Sie rief die Ukraine auf, den Vertrag zum Internationalen Strafgerichtshof zu ratifizieren und formell Mitglied des Gerichts in Den Haag zu werden.

Human Rights Watch bezieht sich in dem Bericht auf 32 persönliche Interviews mit Einwohnern in Butscha sowie fünf telefonische Interviews, persönliche Inaugenscheinnahme und die Auswertung von Bildmaterial. Unter anderem wirft die Organisation den russischen Streitkräften vor, Schulen und zivile Wohnhäuser besetzt und damit zu militärischen Zielen gemacht zu haben. Auch hätten russische Soldaten unter Bruch des Kriegsrechts private Wohnungen geplündert.

Der für die Region zuständige ukrainische Staatsanwalt Ruslan Kravchenko gab laut Human Rights Watch an, nach dem Rückzug der russischen Truppen am 31. März seien bis zum 15. April in Butscha 278 Leichen gefunden worden, überwiegend Zivilisten. Weitere Tote würden entdeckt.

dpa

Alle Proviantlager in Großstadt Sjewjerodonezk vernichtet

06:08
21.04.2022
Russische Angriffe haben in der Nacht nach Angaben der Gebietsverwaltung in mehreren Städten des ostukrainischen Gebiets Luhansk schwere Schäden hinterlassen. „In Sjewjerodonezk ist nicht ein einziges heiles Proviantlager übrig geblieben“, teilte der Gouverneur von Luhansk, Serhij Hadjdaj, am Donnerstag auf dem Facebook-Kanal der Gebietsverwaltung mit. Die Einwohner könnten nur noch mit humanitären Hilfslieferungen versorgt werden.

Zudem seien mehrere Häuser in den Städten Rubischne und Nowodruschesk zerstört worden, teilte Hajdaj weiter mit. Beide Städte gelten als schwer umkämpft. Prorussische Separatisten meldeten jüngst die Einnahme von Rubischne. Ukrainische Stellen bestätigen zumindest eine teilweise Eroberung der Stadt durch russische Einheiten. Unabhängig konnten die Berichte nicht überprüft werden.

Henrik Schumacher

Weitere Massengräber vor Kiew entdeckt

05:34
21.04.2022
Unterdessen sind im Kiewer Vorort Borodjanka nach ukrainischen Angaben zwei weitere Massengräber entdeckt worden. Darin hätten sich insgesamt neun Leichen von Zivilisten, Männer wie Frauen, befunden, teilte Andrij Nebitow von der Polizei der Hauptstadtregion in der Nacht zum Donnerstag auf Facebook mit. Einige von ihnen hätten Folterspuren aufgewiesen. Borodjanka gehört zu den am stärksten zerstörten Städten in der Hauptstadtregion. Aus der Stadt wurden Gräueltaten der mittlerweile abgezogenen russischen Einheiten gemeldet. Die Angaben konnten nicht unabhängig geprüft werden.

Henrik Schumacher