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Kiew: Evakuierung von Mariupol erneut gescheitert

19:03
20.04.2022
 In der von russischen Truppen belagerten Hafenstadt Mariupol ist eine Rettung von Zivilisten nach ukrainischen Regierungsangaben am Mittwoch erneut gescheitert. „Leider hat der humanitäre Korridor aus Mariupol heute nicht wie geplant funktioniert“, teilte Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk im Nachrichtenkanal Telegram mit. Es habe keine Waffenruhe gegeben. Die „unorganisierten Besatzer“ hätten es nicht geschafft, die Menschen rechtzeitig zu dem vereinbarten Punkt zu bringen, „wo unsere Busse und Krankenwagen warteten“, sagte sie.

Das russische Verteidigungsministerium teilte am Abend mit, dass niemand über den Korridor das Stahlwerk verlassen habe. Die Kämpfer waren zuvor aufgefordert worden, die Waffen niederzulegen und sich in russische Gefangenschaft zu begeben. Das lehnen sie ab. Die prorussischen Separatisten des Gebiets Donezk sprachen unterdessen davon, dass sich knapp 130 Zivilisten aus einem Wohngebiet am Rande des umkämpften Stahlwerks in Sicherheit bringen konnten.

„Der Feind setzt den Beschuss fort, daher können unsere Zivilisten das Territorium nicht sicher verlassen“, sagte der stellvertretende Kommandeur des Asow-Regiments, Swjatoslaw Palamar, in einer Videobotschaft. Er rief den Gegner auf, die versprochene Feuerpause einzuhalten.

dpa

Selenskyj: Habe keine russischen Vorschläge erhalten

18:45
20.04.2022
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach eigenen Angaben bisher keine Vorschläge aus Moskau für eine Beendigung des Krieges erhalten. „Ich hab nichts gehört, ich hab nichts gesehen. Bin überzeugt, dass sie uns nichts übergeben haben“, sagte der Staatschef am Mittwoch bei einer Pressekonferenz mit EU-Ratschef Charles Michel in Kiew. Nach russischen Angaben wurden die Vorschläge bereits am vergangenen Freitag übermittelt.

Kremlsprecher Dmitri Peskow hatte von konkreten Vorschlägen gesprochen. Er nannte keine Details, beklagte aber, dass die Ukraine ständig ihre Positionen ändere und Dynamik vermissen lasse. Der Ball liege nun in Kiew, meinte er. „Hier scheint mir, dass er mit sich Fußball selbst spielt, der Herr Peskow“, sagte Selenskyj. Sobald die Ukraine einen Ball erhalte, werde sie zeigen, wie sie aufs Tor schieße, betonte er.

Für die in der südostukrainischen Hafenstadt Mariupol im Stahlwerk Asowstal von russischen Truppen eingekesselten Soldaten und Zivilisten zeigte Selenskyj sich zu einem Austausch bereit. „Wir sind bereit, unsere Leute gegen russische Soldaten, die sie zurückgelassen haben - sowohl Leichen, als auch Verwundete - auszutauschen“, sagte der 44-Jährige.

In den Bunkeranlangen des Werks sollen sich noch rund 2000 ukrainische Soldaten und Hunderte Zivilisten aufhalten. Das russische Militär bot den Zivilisten mehrfach freien Abzug an. Die Soldaten wurden zur Aufgabe aufgefordert, sie sollen sich in russische Gefangenschaft begeben. Russland führt seit knapp zwei Monaten Krieg gegen die Ukraine.

dpa

US-Verteidigungsminister spricht erstmals mit chinesischem Kollegen

18:00
20.04.2022
US-Außenminister Lloyd Austin hat erstmals seit seinem Amtsantritt mit seinem chinesischen Amtskollegen Wei Fenghe gesprochen. Beide hätten über die Verteidigungsbeziehungen zwischen den USA und China, regionale Sicherheitsfragen und Russlands Einmarsch in die Ukraine gesprochen, teilte das Pentagon in Washington am Mittwoch mit. Weitere Details zum Inhalt des Gesprächs gab die US-Regierung zunächst nicht bekannt. Das Verhältnis zwischen China und den USA ist sehr angespannt.

Mit dem russischen Überfall auf die Ukraine gibt es Befürchtungen, dass auch Peking seine wiederholten Drohungen mit der Eroberung der Insel Taiwan wahr machen könnte. Die USA haben sich schon vor langer Zeit der Verteidigungsfähigkeit Taiwans verpflichtet und liefern Waffen. Zuletzt hatte das US-Außenministerium den geplanten Verkauf eines Raketenabwehrsystems vom Typ Patriot im Wert von 95 Millionen Dollar für Taiwan genehmigt.

US-Präsident Joe Biden hatte China zuletzt außerdem davor gewarnt, Russland im Krieg gegen die Ukraine zu unterstützen - und Moskau etwa bei der Umgehung westlicher Sanktionen zu helfen. Biden hatte in einem Gespräch mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping im März wirtschaftliche Konsequenzen ins Spiel gebracht. „China weiß, dass seine wirtschaftliche Zukunft viel enger mit dem Westen verbunden ist als mit Russland“, hatte Biden nach dem Gespräch betont.

dpa