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Schulze will Bündnis für globale Ernährungssicherheit schaffen

11:03
20.04.2022
Als Reaktion auf Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine will Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze bei der Weltbank-Tagung in Washington dafür werben, ein Bündnis für globale Ernährungssicherheit zu schaffen. „Unser Ziel muss sein, Millionen Menschen vor dem Hungertod zu bewahren“, sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwoch).

„Ich werde mich in Washington dafür einsetzen, dass wir uns im Einsatz gegen die Ernährungskrise stärker koordinieren - im Kreis der Geber, aber auch mit internationalen Organisationen und allen anderen, die sich engagieren wollen“, sagte Schulze. Vorbild soll den Angaben zufolge die Covax-Initiative sein, die global einen gerechten Zugang zu Corona-Impfstoffen gewährleisten will.

Russlands Angriffskrieg habe dramatische Folgen weit über die Ukraine hinaus, warnte die Entwicklungsministerin. „Es droht die schwerste globale Ernährungskrise der vergangenen Jahrzehnte, und sie wird vor allem die Ärmsten in Afrika, im Nahen Osten und in Asien treffen.“ Russland und die Ukraine bedienen zusammen rund 20 Prozent der Maisexporte und 30 Prozent der Weizenexporte weltweit, heißt es dem Blatt zufolge in einem Arbeitspapier des Entwicklungsministeriums. Besonders stark von Importen abhängig seien Länder wie Ägypten, Tunesien, Libyen, Jemen, Somalia oder Pakistan.

Jan-Felix Jasch

Russischer Parlamentschef will von Europa Kompensation für Sanktionen

09:37
20.04.2022
Der Chef des russischen Parlaments, Wjatscheslaw Wolodin, hat wegen der westlichen Sanktionen nach dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine Schadenersatzforderungen an Europa angekündigt. Die Sanktionen gegen Russland seien illegal. „Wir kommen noch auf das Thema zurück und rechnen den Schaden aus, den Ihr unserer Wirtschaft zugefügt habt. Den müsst Ihr in jedem Fall ersetzen“, drohte er am Mittwoch den Europäern auf seinem Telegram-Kanal. Seine Forderungen stellte er im Zusammenhang mit der von Moskau verlangten Umstellung der Gaszahlungen auf die russische Landeswährung Rubel.

Die europäischen Länder kritisierte Wolodin dabei als unzuverlässige Partner. „Ständig raubt Ihr Gasvorräte und stehlt so faktisch Geld aus unserem Haushalt und damit von unseren Bürgern“, warf er dem Westen vor. Die Suche der Europäer nach neuen Lieferanten werfe die langjährige Zusammenarbeit im Energiebereich ohnehin über den Haufen, sagte der Duma-Chef.

Henrik Schumacher

Unterstützung für schwedischen Nato-Beitritt wächst

09:12
20.04.2022
Immer mehr Menschen in Schweden wünschen sich einer neuen Meinungsumfrage zufolge einen Nato-Beitritt ihres Landes. 57 Prozent der Befragten sprachen sich in der Umfrage des Instituts Demoskop im Auftrag der Zeitung „Aftonbladet“ dafür aus, dass Schweden dem Militärbündnis beitreten sollte - das waren sechs Prozentpunkte mehr als im vergangenen Monat und demnach der höchste Wert seit Beginn entsprechender Messungen. Dagegen waren hingegen 21 Prozent. Die restlichen 22 Prozent waren unentschlossen.

Besonders unter Wählerinnen und Wählern der regierenden Sozialdemokraten nahm die Zahl der Befürworter stark zu. Sie liegt nun bei 41 Prozent und somit zwölf Prozentpunkte über dem Wert aus dem Vormonat. Die Partei von Regierungschefin Magdalena Andersson hatte sich in der Vergangenheit gegen eine Nato-Mitgliedschaft und für die traditionelle militärische Bündnisfreiheit des Landes ausgesprochen.

Der Ukraine-Krieg hat jedoch sowohl in Schweden als auch im benachbarten Finnland eine umfassende Debatte über eine Aufnahme in die Nato ausgelöst. 

Henrik Schumacher