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Kiew: Russland setzt Luftschläge gegen Mariupol fort

10:12
17.04.2022
Die russische Armee hat ukrainischen Angaben zufolge Luftangriffe auf die heftig umkämpfte Hafenstadt Mariupol fortgesetzt. Das teilte der ukrainische Generalstab in seinem Lagebericht am Sonntag mit. Angriffe seien auch im Bereich des Hafens erfolgt, hieß es weiter. Russische Einheiten bereiteten sich zudem „vermutlich“ auf eine Marineoperation zur Landung in Mariupol vor.

Moskau hatte am Samstag erklärt, dass die Stadt bereits praktisch unter Kontrolle russischer Einheiten stünde. Rund 2500 verbliebene ukrainische Kämpfer seien in dem Stahlwerk Asowstal eingekesselt. In der Nacht zu Sonntag riefen die russischen Streitkräfte die ukrainischen Kämpfer dazu auf, sich angesichts der „katastrophalen Situation“ im Stahlwerk bis Sonntagmorgen zu ergeben.

In dem Generalstabsbericht hieß es zudem, eine Teilblockade der Millionenstadt Charkiw im Osten des Landes und der Beschuss von Wohngebieten dort dauere an. Er warnte zudem vor der weiteren Möglichkeit von Raketenangriffen auf die Regionen Tschernihiw im Norden und Sumy im Nordosten. Von dort hatten sich russische Truppen jüngst nach Verlusten und aufgrund eines künftigen russischen Fokus der Kämpfe auf den Osten des Landes zurückgezogen.

Jan-Felix Jasch

Özdemir: UN-Welternährungsausschuss wegen Ukraine-Krieg gefragt

09:55
17.04.2022
Der Welternährungsausschuss der Vereinten Nationen muss nach Worten von Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) eine zentrale Rolle übernehmen, um die globale Versorgungslage in den Griff zu bekommen. "Hier müssen wir uns über grundsätzliche, strukturelle Fragen der Landwirtschafts- und Ernährungspolitik weltweit verständigen", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag). Globale Herausforderungen brauchten globale Lösungen.

Der russische Präsident Wladimir Putin wolle den Hunger verstärken, um Konflikte zu schüren. "Uns erreichen alarmierende Nachrichten aus der Ukraine, wo russische Truppen offenbar gezielt auch landwirtschaftliche Infrastruktur und Lieferketten zerstören", sagte Özdemir. Dies könne sich langfristig auf die Leistungsfähigkeit der ukrainischen Landwirtschaft und damit auf die Weltversorgung auswirken.

Der Minister verwies darauf, dass die Bundesregierung die humanitäre Hilfe für die Ukraine von 64 Millionen auf 370 Millionen Euro aufstocke. Damit könne auch die Arbeit des Welternährungsprogramms (WFP) massiv ausgeweitet werden. Zudem würden 430 Millionen Euro für die globale Ernährungssicherung bereitgestellt, davon 150 Millionen Euro für die Sonderinitiative "Eine Welt ohne Hunger", kündigte Özdemir an.

Jan-Felix Jasch