Letztes Update:
20220413180151

Steinmeier nach Ausladung: Lasten tragen für Solidarität mit Ukraine

17:21
13.04.2022
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich nach der Absage für seinen geplanten Besuch für Solidarität mit der Ukraine stark gemacht. „Es geht um Sanktionen, die schärfsten, die Europa jemals beschlossen hat, um Putin dazu zu bewegen, der Gewalt ein Ende zu setzen und die Unabhängigkeit der Ukraine zu respektieren“, sagte Steinmeier. „Sanktionen, die spürbar Folgen und Härten für uns haben. Solidarität heißt auch die Bereitschaft, Lasten zu tragen.“

Steinmeier verwies auf Werte der Aufklärung, auf denen moderne liberale Demokratien gründeten. „Wir wissen, dass wir diese Werte, dass wir unsere Demokratie nie für selbstverständlich halten dürfen.“ Dies werde durch den russischen Angriff auf die Ukraine aufs Neue schmerzlich bewusst. „Die Grausamkeit der Angreifer, das unendliche Leid und die Zerstörung, die sie über die Ukraine bringen, die furchtbaren Verbrechen an der Zivilbevölkerung erschüttern mich.
Dieser Krieg erschüttert uns alle.“

Bei der Hilfe geht es für Steinmeier nicht nur um die nach seinen Angaben mehr als 400.000 Menschen, die hier Zuflucht und Unterkunft gefunden hätten. „Es geht um mehr: auch um die Unterstützung derjenigen, die den tapferen Kampf gegen die russischen Angreifer führen, mit Schutzausrüstung und, ja, auch mit Waffen!“

dpa

Mehr als 1500 Leichen von Russen in Dnipro geborgen

17:13
13.04.2022
In der südostukrainischen Großstadt Dnipro sind nach ukrainischen Angaben die Leichen von mehr als 1500 russischen Soldaten geborgen worden. Sie seien in insgesamt vier verschiedene Leichenhallen gebracht worden, sagte der Vize-Bürgermeister der Industriestadt, Mychajlo Lyssenko, dem US-finanzierten Fernsehsender Nastojaschtscheje Wremja am Mittwoch. Er forderte russische Mütter auf, ihre toten Söhne abzuholen. „Ich möchte sie nicht in Massengräbern beerdigen. Ich möchte sie nicht einäschern“, meinte Lyssenko. „Wir sind keine Unmenschen.“

Die Angaben konnten zunächst nicht überprüft werden. Nach Darstellung der ukrainischen Armee wurden seit Beginn des russischen Angriffskriegs vor knapp sieben Wochen bereits knapp 20.000 russische Soldaten getötet. Moskau hingegen nennt deutlich geringere Verluste und nannte zuletzt 1351 tote Soldaten in den eigenen Reihen.

dpa

Staatschefs von Polen und Baltenstaaten bei Selenskyj

16:59
13.04.2022
Polens Präsident Andrzej Duda sowie die Staatschefs der drei baltischen Länder Litauen, Lettland und Estland sind in der Ukraine zu Gesprächen mit Präsident Wolodymyr Selenskyj zusammengetroffen. Dies teilte das polnische Präsidialamt auf Twitter mit. 

Vor ihrem Treffen mit Selenskyj besuchten die vier Präsidenten mit dem ukrainischen Regierungschef Denys Schmyhal das nordwestlich von Kiew gelegene Borodjanka - und zeigten sich erschüttert. Dort habe sich „die dunkle Seite der Menschheit gezeigt“, schrieb der litauische Staatschef Gitanas Nauseda auf Twitter. Sein estnischer Kollege Alar Karis schrieb: „Das Böse hat seine Spuren tödlicher Zerstörung hinterlassen.“ Lettlands Präsident Egils Levits forderte einen Wiederaufbauplan für die Ukraine.

Borodjanka gehört nach ukrainischen Angaben zu den am stärksten zerstörten Städten in der Hauptstadtregion. Die Regierung in Kiew befürchtet hohe Opferzahlen. Seit der Vorwoche sucht der ukrainische Zivilschutz dort nach Überlebenden und Opfern. Selenskyj sagte zuletzt, in Borodjanka sei es „viel schrecklicher“ als in Butscha.

dpa