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Stoltenberg entsetzt über „Brutalität gegen Zivilisten“

14:20
03.04.2022
Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat sich entsetzt über den Tod zahlreicher Menschen in der Kiewer Vorstadt Butscha gezeigt. „Es ist eine Brutalität gegen Zivilisten, wie wir sie in Europa seit Jahrzehnten nicht gesehen haben“, sagte Stoltenberg dem Sender CNN. „Es ist entsetzlich und absolut inakzeptabel, dass Zivilisten angegriffen und getötet werden.“ Das unterstreiche die Notwendigkeit, dass der Krieg beendet werde und die Verantwortlichen für Gräueltaten zur Verantwortung gezogen würden.

Nach dem Rückzug russischer Truppen aus dem Nordwesten der ukrainischen Hauptstadt sorgten Aufnahmen von Leichen auf den Straßen von Butscha international für Entsetzen.

Stoltenberg sagte mit Blick auf den Abzug der russischen Truppen aus der Umgebung von Kiew: „Was wir sehen, ist kein wirklicher Rückzug, sondern wir sehen, dass Russland seine Truppen neu positioniert.“ Man dürfe nicht zu optimistisch sein. „Die Angriffe werden weitergehen“, sagte der Nato-Generalsekretär. „Wir sind auch besorgt über mögliche verstärkte Angriffe, vor allem im Süden und im Osten.“

Jan-Felix Jasch

Elf ukrainische Ortsvorsteher in russischer Gefangenschaft

13:48
03.04.2022
Mehr als fünf Wochen nach Kriegsbeginn befinden sich Angaben aus Kiew insgesamt elf ukrainische Ortsvorsteher in russischer Gefangenschaft. Vermisst würden derzeit Lokalpolitiker aus den Gebieten Kiew, Charkiw, Mykolajiw und Donezk, sagte die ukrainische Vize-Regierungschefin Iryna Wereschtschuk am Sonntag. Es liefen Verhandlungen über einen Gefangenenaustausch. Zuletzt hatte Wereschtschuk am Freitag über die Freilassung von 86 ukrainischen Soldaten und Soldatinnen berichtet.

Von ukrainischer Seite hieß es zudem, im Großraum Kiew seien die Ortsvorsteherin von Motyschyn, Olha Suchenko, und ihr Ehemann tot aufgefunden worden. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Für Entsetzen sorgten Bilder aus dem Vorort Butscha, wo nach dem Abzug russischer Truppen mitten auf den Straßen viele Leichen von Zivilisten lagen.

Jan-Felix Jasch

EU-Ratspräsident wirft Russland Massaker in Butscha vor

12:39
03.04.2022
EU-Ratspräsident Charles Michel hat Russland für Gräueltaten in der Umgebung der ukrainischen Hauptstadt Kiew verantwortlich gemacht. Der belgische Politiker warf den russischen Truppen am Sonntag im Internetdienst Twitter vor, in der Vorortgemeinde Butscha ein Massaker angerichtet zu haben. Die EU werde beim Sammeln von Beweisen helfen, um die Verantwortlichen vor internationale Gerichte stellen zu können. Zugleich kündigte er weitere EU-Sanktionen gegen Russland und Unterstützung für die Ukraine an.

In Butscha waren nach dem Rückzug der russischen Armee zahlreiche Tote gefunden worden. Auch auf den Straßen lagen Leichen. Nach Angaben der Behörden wurden inzwischen 280 Menschen in Massengräbern beerdigt. Der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak teilte auf Twitter ein Foto, auf dem erschossene Männer zu sehen waren. Einem waren die Hände auf dem Rücken gefesselt. Die Echtheit konnte nicht unabhängig geprüft werden.

Jan-Felix Jasch