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Russlands Außenminister Lawrow will „ausbalancierte Weltordnung“

09:50
01.04.2022
Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat in Indien die freundschaftlichen Beziehungen der beiden Länder sowie sein Interesse an einer „ausbalancierten Weltordnung“ betont. „Diese Tage wollen unsere westlichen Kollegen wichtige internationale Angelegenheiten auf die Krise in der Ukraine reduzieren“, sagte er zum Auftakt seines Treffens mit Indiens Außenminister Subrahmanyam Jaishankar am Freitag in Neu Delhi. „Wir schätzen, dass Indien diese Situation in der Gesamtheit der Fakten betrachtet.“
Lawrow besucht Indien nach China. Dabei handelt es sich um die zwei bevölkerungsreichsten Länder der Welt, die im Ukraine-Krieg bislang weder westliche Sanktionen mitgetragen noch Russland verurteilt haben. Jaishankar betonte, sie hätten ihre bilateralen Beziehungen ausgebaut.

Jean-Pierre Fellmer

Rotes Kreuz: Evakuierung aus Mariupol noch nicht gesichert

09:33
01.04.2022
Vor der geplanten Evakuierung von Zivilisten aus der umkämpften ukrainischen Stadt Mariupol hat das Rote Kreuz auf ungeklärte Fragen hingewiesen. „Es ist noch nicht sicher, ob das heute stattfinden wird“, sagte der Sprecher des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (ICRC), Ewan Watson, am Freitag in Genf. Die Konfliktparteien Ukraine und Russland hätten zwar einem humanitären Korridor zugestimmt, doch müsse noch sichergestellt werden, dass auch die Soldaten entsprechend informiert seien. Außerdem hätten sich beide Seiten noch nicht auf einen Zielort für die voraussichtlich mehreren Tausend Menschen geeinigt.
Am Freitagmorgen war ein Team des Roten Kreuzes mit drei Fahrzeugen auf dem Weg nach Mariupol. Das Rote Kreuz plant, den Evakuierungskonvoi aus Bussen und Privatfahrzeugen aus der Hafenstadt zu geleiten. „Uns gehen die Worte aus, um den Horror und das Leid der Bewohner von Mariupol zu beschreiben“, sagte Watson. „Den Menschen in Mariupol läuft die Zeit davon. Sie brauchen dringend Hilfe.“

Jean-Pierre Fellmer

China gegen Ausschluss Russlands aus G20

08:56
01.04.2022
China hat sich gegen einen Ausschluss Russlands aus der Gruppe der großen Wirtschaftsmächte (G20) ausgesprochen. Auf dem G20-Gipfel im November auf der indonesischen Insel Bali solle es auch vor allem um wirtschaftliche Themen gehen. Das Treffen solle „nicht politisiert“ werden, sagte Außenminister Wang Yi nach Angaben des Pekinger Außenministeriums vom Freitag im Gespräch mit seiner indonesischen Amtskollegin Retno Marsudi in Tunxi in der südostchinesischen Provinz Anhui.
Er unterstrich damit Chinas Wunsch, den Ukraine-Krieg nicht in den Mittelpunkt des Treffens zu rücken. Vor dem Hintergrund von Diskussionen unter G20-Staaten, Russland aus dem illustren Kreis auszuschließen, sagte Wang Yi, „alle Mitglieder sind gleichberechtigt und niemand hat die Macht, die G20 zu spalten“. Indonesien hält in diesem Jahr den G20-Vorsitz und hat die Staats- und Regierungschefs für den 15. und 16. November auf die Touristeninsel Bali eingeladen.

Jean-Pierre Fellmer