Letztes Update:
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Lawrow und Wang beginnen Gespräche über Ukraine und Afghanistan

06:09
30.03.2022
Erstmals seit Kriegsbeginn in der Ukraine sind Russlands Außenminister Sergej Lawrow und sein chinesischer Amtskollege Wang Yi persönlich zusammengetroffen. Zum Auftakt der Gespräche am Mittwoch in Tunxi in der südostchinesischen Provinz Anhui unterstrich Lawrow das Interesse Russlands an guten Beziehungen zu China, wie die russische Staatsagentur Tass berichtete.
Anlass der Begegnung sind zweitägige internationale Gespräche über die Entwicklung in Afghanistan, an denen auch Vertreter der USA, der Nachbarstaaten und der seit August herrschenden Taliban-Regierung teilnehmen. China gibt Russland im Ukraine-Konflikt politisch Rückendeckung und weigert sich, die Invasion zu verurteilen. Peking stellt die USA und die Nato als Hauptverursacher der Krise dar.
Lawrow sprach laut Tass von einer sehr schwierigen Zeit in der Geschichte der internationalen Beziehungen. Als Ergebnis dürften sich Russland, China und andere gleichgesinnte Länder gemeinsam in Richtung einer neuen, multipolaren Weltordnung zubewegen.

Jean-Pierre Fellmer

Minister Heil: Müssen Flüchtlingen langfristige Perspektiven eröffnen

05:56
30.03.2022
Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) rechnet damit, dass viele der Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine länger in Deutschland bleiben werden. „Wir müssen realistisch sein: Die Zerstörung und die Länge des Krieges sind nicht vollständig absehbar“, sagte Heil am Mittwoch im ARD-„Morgenmagazin“. „Viele werden länger hier bleiben.“ Das zeigten auch die Erfahrungen aus vorherigen Fluchtbewegungen - und deshalb müsse diesen Menschen eine längerfristige Perspektive in Deutschland eröffnet werden, konkret auf dem Arbeitsmarkt.
Konkret sprach Heil etwa die Anerkennung von Qualifikationen an. „Es kommen sehr, sehr viele Menschen zu uns, die auch eine gute Ausbildung haben. (...) Die Ausbildungssysteme sind nicht eins zu eins vergleichbar - da müssen wir schneller werden“, sagte Heil. Entscheidende Fragen seien: „Wie kriegen wir es hin, dass die nicht alle in Hilfstätigkeiten gedrängt werden? Und vor allen Dingen auch: Wie kriegen wir es hin, dass die Menschen, die so ein schweres Schicksal jetzt hinter sich haben, hier auch nicht ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen ausgesetzt sind?“

Heil trifft sich am Mittwoch mit Arbeitgebern und Gewerkschaften, um über praktische Fragen der Arbeitsmarktintegration ukrainischer Flüchtlinge zu beraten.

Jean-Pierre Fellmer