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Selenskyj: Europa muss schnellstmöglich Nein zu russischem Öl sagen

20:38
29.03.2022
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den Westen augerufen, seine Abhängigkeit von Gas, Kohle und Öl aus Russland so schnell wie möglich zu beenden. In einer Videoansprache vor dem dänischen Parlament dankte er Dänemark am Dienstag für die Hilfe und Unterstützung bei der Abwehr des russischen Angriffskriegs auf sein Land, forderte zugleich aber weitere Sanktionen gegen Moskau. „Europa muss so schnell wie möglich Nein zu russischem Öl sagen“, sagte Selenskyj. Der Handel mit Russland müsse blockiert, russische Schiffe beschlagnahmt werden. Die Umstellung auf erneuerbare Energien in Europa müsse beschleunigt werden.

Selenskyj sprach außerdem über die Lage in der belagerten Hafenstadt Mariupol. Was die russischen Truppen dort machten, sei ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Dies geschehe vor den Augen der gesamten Welt. Er fragte, warum die Welt nicht eingegriffen habe.

Täglich werde sein Land von tödlichen russischen Raketen angegriffen, berichtete der Präsident. Ziel Russlands sei es, die Grundlagen der Ukrainerinnen und Ukrainer für ein normales Leben vollständig zu zerstören. Vier Millionen Ukrainer hätten ihr Land bereits verlassen, darunter vor allem Frauen und Kinder.

Selenskyj hat in den vergangenen Wochen vor mehreren Parlamenten und weiteren Institutionen gesprochen, darunter war auch der Bundestag in Berlin und der schwedische Reichstag in Stockholm. Am Mittwoch war auch eine Videoansprache vor dem norwegischen Parlament geplant.

Sebastian Oldenborg

Ritter Sport macht weiter Geschäfte in Russland

20:08
29.03.2022
Der Schokoladenhersteller Ritter Sport liefert trotz des Ukraine-Krieges weiterhin Schokolade nach Russland. Das Unternehmen habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, teilte ein Sprecher am Dienstag auf Anfrage in Waldenbuch mit. Ein Stopp der Lieferungen hätte zur Folge, dass die Produktion drastisch heruntergefahren müsste, „und damit auch ernsthafte Auswirkungen auf uns als unabhängiges mittelständisches Familienunternehmen“. Letztlich wären auch die Kakaobauern davon betroffen.

Russland ist ein wichtiger Markt für den schwäbischen Schokoladenhersteller. Der Marktanteil von Ritter Sport in Russland liegt nach Firmenangaben bei sieben Prozent. Am Gesamtumsatz von Ritter Sport machten die Russland-Geschäfte etwa zehn Prozent aus.

Weiter wie bisher könne es jedoch nicht gehen, sagte der Sprecher. So habe Ritter Sport bereits Anfang März die Entscheidung getroffen und umgesetzt, „nicht weiter in den russischen Markt zu investieren sowie Werbung dort zu stoppen“. Zunächst hatten die „Stuttgarter Nachrichten“ darüber berichtet.

Michael Rabba