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Russland kündigt Gespräche in Territorialstreit mit Japan auf

18:45
21.03.2022
Russland hat seine jahrelangen Verhandlungen mit Japan über den Territorialstreit um die Pazifik-Inselgruppe der Südkurilen für beendet erklärt. Das Außenministerium in Moskau bezeichnete dies am Montag als Reaktion auf „unfreundliche Schritte“. Japan hatte sich den Sanktionen des Westens gegen Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine angeschlossen. Russland annullierte auch eine Vereinbarung für visafreies Reisen von Japanern auf die Kurilen.

Japan habe sich für einen antirussischen Kurs entschieden, hieß es in der Mitteilung des Ministeriums. Das Verhältnis zwischen beiden Staaten wird seit Jahrzehnten durch den Streit um die Kurilen belastet. Der Archipel liegt zwischen Russlands Halbinsel Kamtschatka und Japans Insel Hokkaido. Japan hatte die Inseln nach der Kapitulation im Zweiten Weltkrieg an die Sowjetunion verloren und erhebt Anspruch auf die vier südlichen Inseln. Russland lehnt dies als Rechtsnachfolger der Sowjetunion ab.

Der Streit verhindert seit langem den Abschluss eines Friedensvertrags zwischen Russland und Japan. Kremlchef Wladimir Putin hatte sich einst für gemeinsame wirtschaftliche Aktivitäten auch mit Japan auf den Kurilen ausgesprochen. Das sei nun passé, hieß es aus Moskau.

Michael Rabba

Acht Tote nach Beschuss von Gebäuden und Einkaufszentrum in Kiew

17:03
21.03.2022
Bei dem Beschuss mehrerer Gebäude und eines Einkaufszentrums in der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft in der Nacht zum Montag acht Menschen getötet worden. Zuvor war von vier Toten die Rede gewesen. Russische Truppen hätten Raketen eingesetzt, teilte die Behörde weiter mit. Russlands Verteidigungsministerium räumte später am Tag ein, ein Einkaufszentrum am Stadtrand von Kiew beschossen zu haben - behauptete aber, dass das Gebäude leerstehend gewesen sei und als Munitionslager gedient habe. Die Angaben beider Seiten ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Bilder und Videos von der Angriffsstelle am nordwestlichen Stadtrand zeigten große Verwüstung. In dem Einkaufszentrum waren etwa herumliegende Schaufensterpuppen zu sehen und Einsatzkräfte, die den Brand löschen und Trümmerteile beseitigen. Bürgermeister Vitali Klitschko zufolge wurden zudem sechs Wohnhäuser, zwei Schulen und ein Kindergarten beschädigt.

Der Zivilschutz teilte mit, dass der Brand am Mittag gelöscht wurde. Ein Mensch sei zudem verletzt worden.

Vor dreieinhalb Wochen hatte Russland einen Krieg gegen die Ukraine begonnen. UN-Angaben nach wurden seitdem über 900 Zivilisten getötet.

Michael Rabba