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Proteste gegen Putin: Großdemos in mehreren Städten geplant

16:31
12.03.2022
In Berlin und anderen deutschen Großstädten wollen am Sonntag erneut Zigtausende Menschen gegen den Krieg Russlands in der Ukraine protestieren. In der Bundeshauptstadt (12.00 Uhr) meldete das Veranstalter-Bündnis aus Gewerkschaften, Kirchen, Umweltschutzinitiativen und Friedensgruppen allein 100 000 Teilnehmer an. Die Polizei sprach von einer realistischen Größenordnung. Das Motto lautet: „Stoppt den Krieg. Frieden und Solidarität für die Menschen in der Ukraine“. Die Demonstration soll vom Berliner Alexanderplatz zur Straße des 17. Juni führen. Zuletzt hatten am 27. Februar, drei Tage nach Kriegsbeginn, mehr als Hunderttausend Menschen in Berlin demonstriert.

Ein breites Bündnis aus mehr als 50 Organisationen ruft am Sonntag zu den Großdemonstrationen auf. Auch in Hamburg, Frankfurt, Stuttgart und Leipzig sind Proteste geplant. In Hamburg ruft der Deutsche Gewerkschaftsbund um 13.00 Uhr zu einer Kundgebung am Jungfernstieg auf. Am vergangenen Wochenende waren in Hamburg nach Polizeiangaben in der Spitze 30 000 Menschen gegen den russischen Angriffskrieg auf die Straße gegangen. Auch in Frankfurt am Main, Stuttgart und Leipzig wollen Menschen um 12.00 Uhr auf die Straße gehen.

Jean-Pierre Fellmer

Selenskyj will mit Putin in Jerusalem über Kriegsende verhandeln

15:56
12.03.2022
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Jerusalem als möglichen Ort für Verhandlungen über ein Kriegsende mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vorgeschlagen. „Heute ist es nicht konstruktiv, sich in Russland, in der Ukraine oder in Belarus zu treffen. Das sind nicht die Orte, an denen wir ein Verständnis für die Beendigung des Krieges finden können“, sagte Selenskyj am Samstag vor Journalisten. „Ob ich finde, dass Israel so ein Land sein kann und dabei besonders Jerusalem? Ich finde ja.“

Sowohl Selensky als auch Putin hatten zuletzt wiederholt mit dem israelischen Regierungschef Naftali Bennett telefoniert, der vor einer Woche den Kremlchef persönlich in Moskau getroffen hatte. Bislang hatten sich Delegationen von Russland und der Ukraine dreimal zu Verhandlungen in Belarus getroffen, zudem trafen die Außenminister der beiden Länder sich am Donnerstag im türkischen Antalya.

Jean-Pierre Fellmer

Ukraine-Flüchtlinge: Tschechien bittet EU offiziell um Hilfe

15:50
12.03.2022
Tschechien hat wegen der vielen ankommenden Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine offiziell die EU um Hilfe gebeten. Man habe im Rahmen des EU-Zivilschutz-Mechanismus Wohncontainer für die Unterbringung von bis zu 50 000 Menschen angefragt, teilte Feuerwehrsprecherin Pavla Jakoubkova am Samstag in Prag mit. „Jeder frei werdende Platz ist sofort belegt“, berichtete sie. Es drohe, dass man Neuankömmlingen demnächst nur noch eine Notunterkunft in Turnhallen oder Zeltlagern anbieten könne. Bisher wurden die meisten in Wohnungen und Hotels untergebracht.

Die Feuerwehr ist in Tschechien für den Katastrophenschutz zuständig. Die Behörden schätzen anhand von Mobilfunkdaten, dass bisher rund 200 000 ukrainische Flüchtlinge in Tschechien angekommen sind. Von ihnen haben nach aktuellen Zahlen bereits knapp 133 000 eine Duldungserlaubnis erhalten, davon rund ein Drittel in Prag. Etwa die Hälfte der Flüchtlinge sind Kinder. Unter den Erwachsenen überwiegen mit einem Anteil von 80 Prozent die Frauen. Wegen des Flüchtlingszustroms hatte die Regierung in Prag Anfang März den nationalen Notstand ausgerufen.

Jean-Pierre Fellmer