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Selenskyj betont vor Friedensgesprächen Kompromissbereitschaft

19:43
09.03.2022
Vor den Verhandlungen zwischen Moskau und Kiew über eine mögliche Friedenslösung am Donnerstag hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj seine Kompromissbereitschaft betont. „In jeder Verhandlung ist mein Ziel, den Krieg mit Russland zu beenden. Und ich bin auch bereit zu bestimmten Schritten“, sagte Selenskyj der „Bild“-Zeitung (Donnerstag) vor dem Treffen seines Außenministers Dmytro Kuleba und des russischen Außenamtschefs Sergej Lawrow in der Türkei.

„Man kann Kompromisse eingehen, aber diese dürfen nicht der Verrat meines Landes sein“, betonte Selenskyj, ohne Details zu nennen. Allerdings müsse auch die Gegenseite zu Kompromissen bereit sein.

Über die Details wollte er öffentlich „noch nicht reden“, zumal er noch keinen direkten Kontakt mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin habe. „Nur nach den direkten Gesprächen zwischen den zwei Präsidenten können wir diesen Krieg beenden.“

Russland fordert von der Ukraine, die Schwarzmeer-Halbinsel Krim als russisches Territorium und die abtrünnigen „Volksrepubliken“ Donezk und Luhansk als unabhängige Staaten anzuerkennen. Zudem soll sich Kiew verpflichten, nicht der Nato beizutreten und neutral zu bleiben.

Michael Rabba

Außenminister der Ukraine und Russlands wollen in Antalya verhandeln

18:29
09.03.2022
Es wäre das ranghöchste Treffen zwischen Moskau und Kiew seit Kriegsbeginn: Am Donnerstag wollen der russische Außenminister Sergej Lawrow und sein ukrainischer Kollege Dmytro Kuleba zu Gesprächen im türkischen Antalya zusammenkommen. Angekündigt sind Verhandlungen gemeinsam mit dem türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu.

„Ich sage Ihnen ganz offen, dass ich nur geringe Erwartungen an die Verhandlungen habe“, sagte Kuleba am Mittwoch in einem Facebook-Clip. „Aber wir werden fraglos maximalen Druck ausüben.“ Er hoffe, dass Lawrow in Antalya tatsächlich nach einer Lösung suchen wolle, wie der Krieg zu beenden sei - „und nicht aus propagandistischen Gründen“ anreise. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bezeichnete das geplante Treffen in dem türkischen Badeort vorab als „sehr wichtig“, fügte aber hinzu: „Lassen Sie uns nicht vorgreifen. Lassen Sie uns das Treffen selbst abwarten.“

Als Bedingung für eine Einstellung der Gefechte fordert Russland, dass sich die Ukraine in ihrer Verfassung für neutral erklärt. Zudem müsse Kiew die annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim als russisch sowie die Separatistengebiete als unabhängig anerkennen. Die Ukraine lehnt das bisher in weiten Teilen aber ab, Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich aber gesprächsbereit gezeigt.

Michael Rabba