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Nach Ärger mit den USA - Saudi-Arabien kündigt Hilfe für Ukraine an

12:53
15.10.2022
Saudi-Arabien setzt nach heftiger Kritik aus den USA ein weiteres Zeichen zur Unterstützung der Ukraine. Der Kronprinz und faktische Herrscher des Landes, Mohammed bin Salman, sicherte der Ukraine humanitäre Hilfe im Wert von 400 Millionen US-Dollar (rund 410 Millionen Euro) zu, wie Saudi-Arabiens staatliche Nachrichtenagentur SPA am Samstag meldete. In einem Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj versprach der Thronfolger zudem, alle Maßnahmen zu unterstützen, die zur Deeskalation des Kriegs beitragen.

Saudi-Arabien zog jüngst Ärger aus Washington auf sich, als das Land einer Förderkürzung für Öl zustimmte. In den USA wurde die Ankündigung als Unterstützung des russischen Angriffskrieg in der Ukraine gewertet. Saudi-Arabien und Russland gelten als die führenden Kräfte im Ölverbund Opec+. Dieser will von November an zwei Millionen Barrel (je 159 Liter) täglich weniger Öl fördern.

US-Präsident Joe Biden kündigte an, die Beziehungen zu Riad überdenken zu wollen. Die USA und das islamisch-konservative Königreich sind eigentlich seit Jahrzehnten Partner. Saudi-Arabien verteidigte den Beschluss. Er sei aus „rein wirtschaftlichen“ Gründen getroffen worden.

Saudi-Arabien sendete zudem ein weiteres Zeichen der Entspannung im Streit mit den USA: Bei der jüngsten UN-Vollversammlung stimmte das Königreich für eine Resolution, die die völkerrechtswidrige Annexionen Russlands in der Ukraine verurteilt.

Saudi-Arabien bekenne sich zu den Grundsätzen des Völkerrechts und der Achtung staatlicher Souveränität, betonte der Kronprinz nun auch im Gespräch mit Selenskyj. Riad wolle zudem weiterhin zwischen der Ukraine und Russland vermitteln. Im September hatte die saudische Regierung eigenen Angaben zufolge einen Gefangenenaustausch zwischen beiden Ländern mit organisiert.

Michael Rabba

Russische Quellen: Neuer ukrainischer Angriff im Süden bei Cherson

11:39
15.10.2022
Die ukrainische Armee hat nach russischen Informationen einen neuen Angriff zur Befreiung des besetzten Gebietes Cherson im Süden des Landes begonnen. Allerdings gingen die Angaben am Samstag auseinander. Der Vizechef der Besatzungsverwaltung, Kirill Stremoussow, sagte, es habe lediglich Artilleriefeuer gegeben. Das russische Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, die Attacke sei abgewehrt worden. Dagegen berichteten russische Militärblogger von andauernden erbitterten Kämpfen. Die ukrainische Armee setze viele Panzer und Panzerfahrzeuge ein.

Ziel der Angriffe seien die Orte Dudtschany und Mylowe, um das von russischen Truppen besetzte Gebiet am nordwestlichen Ufer des Dnipro weiter zu verkleinern. Mögliche Rückzugswege der Russen über den Fluss hat die Ukraine mit Artilleriefeuer aus der Ferne in den vergangenen Wochen systematisch abgeschnitten. Von ukrainischer Seite wurden wie in Fällen zuvor keine Angaben zu dem Angriff gemacht.

Michael Rabba