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Slowakei übergibt zwei Zuzana-Radhaubitzen an Ukraine

14:25
09.10.2022
Die Slowakei hat zwei weitere Radhaubitzen vom Typ Zuzana an die von Russland angegriffene Ukraine übergeben. „Wir haben dem Aggressor Putin noch ein weiteres Geschenk gemacht“, schrieb Verteidigungsminister Jaroslav Nad am Sonntag sarkastisch bei Twitter. Der russische Präsident Wladimir Putin war am Freitag 70 Jahre alt geworden.

Die Lieferung ist Teil einer kommerziellen Bestellung von insgesamt acht Zuzana-Haubitzen, von denen zwei noch ausstehen. Darüber hinaus wollen Dänemark, Norwegen und Deutschland gemeinsam die Produktion von 16 weiteren Waffensystemen dieses Typs für Kiew finanzieren.

Zuzana ist eine Weiterentwicklung der tschechoslowakischen Selbstfahrlafette Dana. Das Geschütz verwendet nun das Nato-Standardkaliber 155 Millimeter. Die maximale Feuerreichweite liegt bei mehr als 39 Kilometern. Die Basis bildet ein schwerer vierachsiger Lastwagen.

Die Slowakei ist seit 2004 Nato- und EU-Mitgliedstaat. Das Land mit knapp 5,5 Millionen Einwohnern grenzt im Osten direkt an die Ukraine.

dpa

Messehalle für 400 Ukraine-Flüchtlinge in Hamburg hergerichtet

13:24
09.10.2022
Der Flüchtlingszustrom aus der Ukraine hält an. Hamburg sieht sich jetzt gezwungen, Neuankömmlinge zunächst in einer Messehalle unterzubringen. Die Vorbereitungen dort sind weitgehend abgeschlossen.

Hamburg (dpa/lno) - In Hamburg ist eine Messehalle für die Aufnahme von 400 Flüchtlingen aus der Ukraine hergerichtet worden. Helfer stellten Trennwände und Betten auf. Die ersten Schutzsuchenden werden schon in den nächsten Tagen erwartet, wie ein dpa-Reporter von einem Fototermin am Sonntag in der Messehalle berichtete.

Die Nutzung der Messehalle für die Flüchtlingsunterbringung ist nach Angaben der Sozialbehörde nötig geworden, weil alle vorhandenen Unterkünfte bis auf wenige Restplätze belegt seien. Der Zustrom von Schutzsuchenden aus der Ukraine sei weiter erheblich. Aktuell seien rund 34 000 Ukrainer in Hamburg untergebracht, die nach dem Überfall Russlands auf ihr Land in Deutschland Schutz suchten. Von ihnen sind laut Behörde rund 19 000 darauf angewiesen, dass die Stadt eine Unterkunft für sie bereitstellt. Die Messehalle sei zur vorübergehenden Unterbringung gedacht.

dpa

Russland: Zugverkehr auf Krim-Brücke wieder nach Plan

12:19
09.10.2022
Nach der schweren Explosion auf der Brücke zwischen Russland und der von ihm annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim läuft der Zugverkehr nach russischen Angaben wieder nach Plan. Die Güter- und Fernverkehrszüge rollten am Sonntag im normalen Betrieb, teilte das Verkehrsministerium in Moskau mit. Am Abend solle auch der Regionalverkehr wieder beginnen, hieß es. Das Ministerium veröffentlichte auch ein Foto der verbrannten Güterzug-Waggons, die am Samstag in Flammen aufgegangen waren. Die Aufräumarbeiten dauerten demnach an. Im Autoverkehr hingegen kam es zu stundenlangen Wartezeiten an der Brücke, wie Medien berichteten.

Auf russischer Seite und auf der Seite des Krim-Küstenorts Kertsch bildeten sich lange Autoschlangen, weil die Behörden alle Fahrzeuge streng kontrollierten und laut Augenzeugen nur etappenweise passieren ließen. Einige Fahrer schrieben in sozialen Netzwerken, sie hätten sechs bis zwölf Stunden gebraucht, um über die 19 Kilometer lange Brücke zu kommen. Probleme und Wartezeiten gab es russischen Staatsmedien zufolge auch bei dem eigens eingerichteten Fährverkehr.

Auf der Krim-Brücke hatte am Samstagmorgen eine Explosion ein schweres Feuer ausgelöst. Teile der Fahrbahn in Richtung Krim stürzten ins Meer. Nach Angaben Moskauer Ermittler soll ein von russischer Seite kommender, mit Sprengstoff beladener Lastwagen explodiert sein. Durch die Detonation gerieten mehrere mit Diesel gefüllte Kesselwagen eines Güterzuges auf der höher gelegenen Eisenbahnbrücke in Brand. Drei Menschen starben demnach.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte immer wieder angekündigt, die Krim von der russischen Besatzung zu befreien. Eingeräumt hat die Ukraine den Anschlag aber nicht. Auch Russland, das gegen die Ukraine einen Angriffskrieg führt, hat die Führung in Kiew bisher nicht öffentlich für den Anschlag verantwortlich gemacht. Die Schienenverbindung ist auch für die Versorgung der russischen Truppen an der Front in der Südukraine von Bedeutung.

dpa