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20221009061042

Russische Besatzer in Cherson bereiten großflächige Evakuierung vor

06:10
09.10.2022
Unter dem Druck ukrainischer Gegenoffensiven bereiten die russischen Besatzer in dem von Moskau annektierten südukrainischen Gebiet Cherson die Evakuierung von Zehntausenden Zivilisten vor. Unter anderem seien die russischen Regionen Krasnodar und Stawropol zur Aufnahme von Kindern und Erwachsenen bereit, schrieb der Besatzungschef von Cherson, Wladimir Saldo, am Samstag in seinem Telegram-Kanal.

Ein anderer Besatzungsvertreter, Kirill Stremoussow, räumte im russischen Staatsfernsehen ein, seine Verwaltung stelle sich auf „eine schwierige Zeit“ ein. Zugleich sprach er mit Blick auf die geplanten Evakuierungen von „Erholungs-Einladungen“ russischer Regionen an Kinder, Eltern und Ältere.

Russland hat das Nachbarland Ukraine am 24. Februar überfallen. Rund sieben Monate nach Kriegsbeginn erzielte die ukrainische Armee bei ihrer Gegenoffensive in den vergangenen Wochen größere Geländegewinne - insbesondere in den östlichen Gebieten Charkiw und Donezk. Auch aus Cherson meldeten die Ukrainer zuletzt die erfolgreiche Rückeroberung mehrerer Ortschaften.

dpa

General Breuer: Jede Pipeline, jedes Kraftwerk kann attackiert werden

05:10
09.10.2022
Bundeswehr-General Carsten Breuer hat vor zunehmenden Angriffen auf die Infrastruktur in Deutschland gewarnt. „Jede Umspannstation, jedes Kraftwerk, jede Pipeline kann attackiert werden, kann ein mögliches Ziel sein“, sagte der Befehlshaber des Territorialen Führungskommandos der Bundeswehr der „Bild am Sonntag“. „Wir stellen uns hier im Kommando vor allem auf hybride Bedrohungen ein. Das ist der Zustand zwischen nicht mehr ganz Frieden, aber auch noch nicht richtig Krieg.“

Hintergrund sei der Angriff Russlands auf die Ukraine und die neue Sicherheitslage in Europa. „Der Krieg Russlands hat dazu geführt, dass unser Schwerpunkt wieder auf der Landes- und Bündnisverteidigung liegt. Dem ganzen Land ist klar geworden: Krieg in Europa ist wieder möglich.“

Anschläge und Einflussnahmen aus dem Ausland könnten zunehmen. „Es geht hier nicht um eine feindliche Armee mit Soldaten und Panzern, die unser Land angreift“, betonte Breuer. „Aber es gibt Einflussnahmen, mit Anschlägen auf Infrastruktur und mit Cyberangriffen, oder zum Beispiel Aufklärungsflüge mit Drohnen über Kasernen. Also Nadelstiche, die in der Bevölkerung, die bei uns Verunsicherung schüren und das Vertrauen in unseren Staat erschüttern sollen.“ Die Sicherheitsbehörden müssten sich auf diese Bedrohungslage einstellen, sagte Breuer der Zeitung.

„Hysterie ist ein schlechter Ratgeber“, gab der Bundeswehr-General zu bedenken. Allerdings sollte jedem Bürger klar sein, „dass er sein individuelles Verhalten ändern sollte“ - dazu gehöre zum Beispiel die mentale Einstellung oder auch die Anschaffung einer Taschenlampe und eines Radios mit ausreichend Batterien für zu Hause, also unabhängig von der Stromversorgung aus der Steckdose.

dpa