Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), hat sich für eine Panzerausbildung der ukrainischen Soldaten in der EU ausgesprochen. „Die Spanier wären bereit, in Lettland die ukrainischen Soldaten am Leopard 2 auszubilden“, sagte die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses der Deutschen Presse-Agentur am Freitag bei ihrem Ukraine-Besuch in Kiew. Dafür müsste Deutschland aber grünes Licht geben.
Aktuell stelle sich die Frage, wie die Ukraine militärisch durch den anstehenden Winter komme. „Daher wäre auch jetzt der optimale Zeitpunkt, die Ukrainer am Marder oder Leopard auszubilden, da das entsprechend Zeit in Anspruch nimmt“, betonte sie.
Bei ihren Gesprächen unter anderem mit Verteidigungsminister Olexij Resnikow und dem Chef des Präsidentenbüros, Andrij Jermak, sei das Thema Waffenlieferungen immer wieder betont worden. „Der Tenor ist: wir brauchen alles, immer, die ganze Zeit. Das ist auch nachvollziehbar“, sagte die 64-Jährige. Im Süden des Landes sei das Thema besonders akut. „Man ist siegesgewiss. Trotzdem sind die Verluste dort relativ hoch.“ In dem offenen Gelände könnten Leopard-Panzer aus Deutschland den Ausschlag geben.
Strack-Zimmermann war nach einer Reise nach Lwiw (Lemberg) im April nun bereits zum zweiten Mal seit Beginn des russischen Angriffskrieges am 24. Februar diesmal für zwei Tage in die Ukraine gereist. Sie ist in der Ampel-Koalition eine derjenigen, die wiederholt eine verstärkte militärische Unterstützung für Kiew aus Deutschland gefordert hat. Kampfpanzer westlicher Bauart wurden bisher von keinem Land an die Ukraine geliefert.