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20221003073632

Kretschmer: Ukraine-Krieg bitteres Erlebnis für Ost und West

07:36
03.10.2022
Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine verändert nach Ansicht von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) das Verhältnis der Deutschen in Ost und West zueinander. „Dieser Krieg wird ein Einschnitt sein, der als ein gemeinsames bitteres Erlebnis in das kollektive Gedächtnis der Deutschen eingehen wird“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Wir werden künftig darüber sprechen, wie wir das gemeinsam erlebt haben“. Das werde Deutschland und auch das Zusammenleben „grundlegend verändern“. Es sei jetzt an der Zeit, nicht mehr nur in den Rückspiegel zu schauen, sondern die nunmehr angebrochene Zeitenwende gemeinsam zu gestalten.

32 Jahre nach der Wiedervereinigung müsse man akzeptieren, „dass es unterschiedliche Sichtweisen gibt, auch was den Blick auf den Krieg in der Ukraine betrifft und die Frage, wie man damit umgehen soll“. Man müsse akzeptieren, „dass wir eine andere Position haben“, und die sei „absolut gleichberechtigt“. Es könne nicht sein, dass in
Sonntagsreden immer gesagt werde, man müsse die Meinungen aus
dem Osten ernst nehmen, und im Alltag sei es dann wieder anders.

dpa

Ex-Bundespräsident Gauck: Putin plant mit Angst der Deutschen

06:06
03.10.2022
Der frühere Bundespräsident Joachim Gauck hat an Politik und Gesellschaft appelliert, sich nicht von Angst leiten zu lassen. Mit Blick auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sagte Gauck am Sonntagabend im ZDF-„heute journal“, der russische Präsident Wladimir Putin preise die Angst der Deutschen in seine Planung ein. „Das ist ein Element seiner Kriegsführung, und deshalb brauchen wir eine nüchterne Bewertung seiner Drohungen und eine ganz klare Erkenntnis, dass Angst kleine Augen macht, uns in die Flucht treibt. Und Flucht ist das, was wir uns nicht leisten können.“

Da sei ein Land überfallen worden. „Wir haben diesem Land beizustehen - nicht nur, weil es moralisch ist, sondern auch deshalb, weil die da unsere Interessen vertreten“, sagte Gauck mit Blick auf die Ukraine. Letztlich würden dort unsere Freiheit und Demokratie angegriffen.

Ängste ließen sich nicht wegzaubern, „aber man kann sie zähmen“, sagte der frühere Bundespräsident. „Und man kann so etwas wie Mut und Entschlossenheit fassen.“ Daran erinnere auch der Tag der Deutschen Einheit. Die Bundesrepublik Deutschland habe in ihrer Geschichte tiefe Täler überwunden. „Das gelingt natürlich besonders gut, wenn wir eine Regierung haben, die entschlossen ist, die ihre Entschlossenheit zeigt und die der Bevölkerung erklärt, was genau jetzt geschieht.“ Bezogen auf die hohen Energiepreise heiße dies, dass die Regierung sage, welche Personengruppen, welche Teile der Industrie und des Handwerks unterstützt werden sollten, meinte er.

dpa