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Litauen erwägt Einreiseverbot auch für Belarussen

18:14
19.09.2022
Nach dem Einreisestopp für Russen mit Schengen-Visum erwägt Litauen, seine Grenze auch für Staatsbürger des benachbarten Belarus dicht zu machen. „Dieses Thema wird gegenwärtig geprüft, und es finden Gespräche statt“, sagte Innenministerin Agne Bilotaite am Montag bei einem Besuch an der Grenze des baltischen EU- und Nato-Landes zu Belarus, die Teil der EU-Außengrenze ist. „Ich denke, dass es sehr ernsthafte Argumente gibt, auch die Einbeziehung von Belarus in Betracht zu ziehen“, sagte sie der Agentur BNS zufolge. Ziel sei eine Einigung „auf regionaler und sogar europäischer Ebene.

„Ich sehe sehr deutlich, dass auch das belarussische Regime an dem Krieg beteiligt ist und einen hybriden Angriff mit illegalen Migranten gegen Litauen durchführt“, sagte Bilotaite. Die Europäische Union beschuldigt den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko, in organisierter Form Migranten aus Krisenregionen an die EU-Außengrenze zu bringen. Im Spätsommer 2021 war die Situation dort eskaliert: Tausende von Menschen versuchten, illegal in die EU zu gelangen. Besonders betroffen davon war anfangs Litauen.

Als Reaktion auf Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine hatten die baltischen Staaten und Polen die Einreise für Russen zuvor weiter beschränkt. Seit Montag dürfen russische Staatsbürger mit einem Schengen-Visum für touristische Aufenthalte, Geschäftsreisen, Sport- und Kulturveranstaltungen nicht mehr einreisen - unabhängig davon, von welchem Mitgliedsland das Visum ausgestellt wurde. Zum Schengen-Raum gehören 22 EU-Staaten und 4 weitere europäische Länder.

Nach Behördenangaben wurden am ersten Tag der neuen Regelung zwischen Mitternacht und 9 Uhr morgens elf russische Staatsbürger an der Einreise nach Litauen gehindert. Die meisten wollten am Kontrollpunkt Kybartai die Grenze überqueren, sagte Grenzschutz-Chef Rustamas Liubajevas. Demnach werden die russischen Grenzgänger nach einem zweistufigen System kontrolliert: Zunächst werde geprüft, ob sie auf Grundlage der geltenden Ausnahmen einreisen dürfen. Wenn nicht, dann erfolge eine weitere Einzelfallprüfung, sagte Liubajevas.

dpa

Außenminister Lawrow und Colonna sprechen über AKW Saporischschja

17:14
19.09.2022
Die Außenminister Russlands und Frankreichs haben über die angespannte Sicherheitslage in dem von russischen Truppen besetzten ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja gesprochen. „Wichtig ist, dass es in der Ukraine nicht zu einem Nuklearunfall kommt in Folge der russischen Besatzung“, sagte Frankreichs Chefdiplomatin Catherine Colonna am Montag vor Journalisten in New York.

Lawrow erneuerte den Vorwurf Moskaus, wonach ukrainische Soldaten mit vom Westen gelieferten Waffen Infrastrukturanlagen wie das AKW beschießen sollen. Sie beschwören damit eine nukleare Katastrophe herauf, wie er sagte. Der Beschuss müsse aufhören, forderte Lawrow nach Angaben seines Ministeriums. Nach ukrainischer Darstellung wiederum beschießen die russischen Truppen das Kraftwerk selbst, um die Ukrainer für die Schäden verantwortlich zu machen.

Experten der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) haben die Sicherheitslage an Europas größtem AKW untersucht. Ihr Bericht geht aber nicht auf die Frage ein, welche Seite schießt. Die IAEA will eine entmilitarisierte Zone um Saporischschja durchsetzen. Die Ukraine fordert die Kontrolle über das AKW zurück.

dpa