Der Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, hat sich für die Aufnahme der Millionen Ukraine-Flüchtlinge in der EU bedankt. „Wir werden Ihre Hilfe nie vergessen“, sagte der frühere Profiboxer nach einem Treffen des Europäischen Ausschusses der Regionen am Freitag in Prag. Derzeit kämen Menschen zurück in seine Stadt. Geschäfte würden wieder öffnen. Doch Klitschko wies auch darauf hin, dass die Lage im ganzen Land schlecht sei. Mehr als 116.000 Wohngebäude und 2000 Schulen seien zerstört worden.
Dem russischen Aggressor warf Klitschko Völkermord vor. „Das ist kein Krieg, sondern ein Genozid der ukrainischen Bevölkerung“, sagte der 51-Jährige. Der russische Präsident Wladimir Putin wolle „eine Ukraine ohne Ukrainer“. Er habe es nur auf das Territorium abgesehen. Klitschko ist seit 2014 Kiewer Bürgermeister. Der Europäische Ausschuss der Regionen wurde 1994 infolge des Vertrags von Maastricht errichtet. Er ist eine politische Versammlung von mehr als 300 Regional- und Kommunalvertretern aus allen EU-Mitgliedstaaten.
Klitschko traf in Prag zudem mit Ministerpräsident Petr Fiala zusammen. In Tschechien haben seit dem Beginn der russischen Invasion Ende Februar mehr als 431.000 Ukrainer vorübergehenden Schutz erhalten. Das entspricht etwa vier Prozent der tschechischen Bevölkerung.