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Freitag, 16. September

Kiewer Bürgermeister Klitschko bedankt sich für Flüchtlingsaufnahme

20:30
16.09.2022
Der Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, hat sich für die Aufnahme der Millionen Ukraine-Flüchtlinge in der EU bedankt. „Wir werden Ihre Hilfe nie vergessen“, sagte der frühere Profiboxer nach einem Treffen des Europäischen Ausschusses der Regionen am Freitag in Prag. Derzeit kämen Menschen zurück in seine Stadt. Geschäfte würden wieder öffnen. Doch Klitschko wies auch darauf hin, dass die Lage im ganzen Land schlecht sei. Mehr als 116.000 Wohngebäude und 2000 Schulen seien zerstört worden.

Dem russischen Aggressor warf Klitschko Völkermord vor. „Das ist kein Krieg, sondern ein Genozid der ukrainischen Bevölkerung“, sagte der 51-Jährige. Der russische Präsident Wladimir Putin wolle „eine Ukraine ohne Ukrainer“. Er habe es nur auf das Territorium abgesehen. Klitschko ist seit 2014 Kiewer Bürgermeister. Der Europäische Ausschuss der Regionen wurde 1994 infolge des Vertrags von Maastricht errichtet. Er ist eine politische Versammlung von mehr als 300 Regional- und Kommunalvertretern aus allen EU-Mitgliedstaaten.

Klitschko traf in Prag zudem mit Ministerpräsident Petr Fiala zusammen. In Tschechien haben seit dem Beginn der russischen Invasion Ende Februar mehr als 431.000 Ukrainer vorübergehenden Schutz erhalten. Das entspricht etwa vier Prozent der tschechischen Bevölkerung.

dpa

Indiens Premierminister Modi zu Putin: „Heute ist keine Ära des Kriegs“

20:04
16.09.2022
Indiens Premierminister Narendra Modi hat bei einem Treffen mit Russlands Präsident Wladimir Putin seine Zurückhaltung gegenüber Moskaus Krieg gegen die Ukraine bekräftigt. Zugleich betonte er den Wunsch einer stärkeren Zusammenarbeit Indiens mit Russland. „Heute ist keine Ära des Kriegs“, sagte Modi am Freitag bei dem Treffen mit Putin am Rande eines Gipfels der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) im zentralasiatischen Usbekistan. Vielmehr solle der Fokus auf Themen wie Lebensmittel, Düngemittel und Treibstoffsicherheit gerichtet werden.

„Ich kenne Ihre Position zu dem Konflikt in der Ukraine und Ihre Bedenken, die Sie ständig zum Ausdruck bringen“, sagte Putin - und fügte hinzu: „Wir tun alles dafür, um das so schnell wie möglich zu beenden.“ Der Ukraine warf der Kremlchef vor, nicht an einer Verhandlungslösung interessiert zu sein.

Indien, das enge Handelsbeziehungen mit Russland unterhält, nimmt mit Blick auf den Ukraine-Krieg eine neutrale Haltung ein und trägt etwa westliche Sanktionen nicht mit. Zugleich wirbt das Land für eine Konfliktlösung durch Dialog. Zuletzt kaufte Indien etwa mehr verhältnismäßig günstiges Öl aus Russland. Auch bei der militärischen Ausrüstung und bei Ersatzteilen ist Neu-Delhi stark auf Moskau angewiesen.

Ina Hagemann