Letztes Update:
20220908203004

Selenskyj bestätigt Eroberung von Kreisstadt Balaklija im Osten

20:30
08.09.2022
Ukrainische Truppen haben bei ihrer Offensive nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj die Kreisstadt Balaklija im Osten des Landes zurückerobert. Er teilte am Donnerstag auf Telegram ein Video, das ukrainische Soldaten angeblich auf dem Rathaus vor der blau-gelben Fahne zeigt. Ein Soldat meldete dem Präsidenten die Einnahme von Balaklija. „Die Flagge der Ukraine über einer freien ukrainischen Stadt unter einem freien ukrainischen Himmel“, schrieb Selenskyj dazu.

Schon seit Donnerstagnachmittag kursierten im Internet Videos, in denen ukrainische Soldaten sich ungehindert im Zentrum der Stadt bewegten. Die von Russland eingesetzte Verwaltung für die eroberten Gebiete um Charkiw behauptete indes, Balaklija und der Ort Schewtschenkowe seien weiter unter russischer Kontrolle. Es würden russische Reserven in den Kampf geführt, meldete die Agentur Interfax unter Berufung auf Verwaltungschef Andrej Alexejenko. Die Angaben waren nicht unabhängig überprüfbar. Der ukrainische Generalstab hatte am Donnerstag einen Vorstoß bei Balaklija tief in den Rückraum der russischen Truppen bestätigt.

Michael Rabba

Erdogan: Getreideexporte aus Ukraine nur in „reiche Länder“

19:43
08.09.2022
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die Umsetzung des Getreideabkommens mit der Ukraine und Russland kritisiert. Das Getreide aus der Ukraine werde allein in „reiche Länder“ ausgeführt, die Sanktionen gegen Russland erhoben hätten, sagte Erdogan am Donnerstag. Das beunruhige „Herrn Putin“ und widerspreche dem Grundgedanken des Getreideabkommens. Er fügte hinzu: „Ich hoffe, wir können so schnell wie möglich auch mit Getreidelieferungen von russischer Seite beginnen und dafür sorgen, dass dieses Getreide in wirklich arme Länder geliefert wird.“

Bis zum 19. August hatten die Ladungen von 26 Prozent der Schiffe aus der Ukraine das Ziel Türkei, wie das mit dem Getreideabkommen in Istanbul errichtete Koordinierungszentrum mitteilte. Die Türkei beteiligt sich bisher nicht an den Sanktionen gegen Russland. 22 Prozent der Getreideladungen gingen an Südkorea, an dritter Stelle stand Ägypten als Empfängerland mit 12 Prozent.

Agrarexporte über die ukrainischen Schwarzmeerhäfen waren wegen des russischen Angriffskriegs zunächst monatelang blockiert. Die Kriegsgegner Ukraine und Russland unterzeichneten am 22. Juli unter UN-Vermittlung jeweils getrennt mit der Türkei ein Abkommen, um von drei Häfen Getreideausfuhren aus der Ukraine zu ermöglichen. Im Zuge der Einigung unterzeichneten die UN und Russland auch eine separate Absichtserklärung. Diese sieht nach UN-Angaben vor, den Export von russischen Lebensmitteln und Düngemitteln zu fördern.

dpa

Europarat etabliert Kontakt zur belarussischen Opposition

19:15
08.09.2022
Der Europarat richtet einen regelmäßigen Austausch mit der belarussischen Opposition ein. Wie am Donnerstag in Straßburg mitgeteilt wurde, gab das Ministerkomitee den Auftrag für eine entsprechende Kontaktgruppe zu der Bürgerrechtlerin Swetlana Tichanowskaja und anderen Vertretern eines politischen Wandels. Irlands Außenminister Simon Coveney als Vorsitzender des Komitees sagte, es gehe um eine "institutionelle Unterstützung für diejenigen, die ein demokratisches und freies Belarus aufbauen wollen".

Vor dem Hintergrund der Teilnahme Belarus' am Krieg Russlands gegen die Ukraine hatte der Europarat am 17. März sämtliche Beziehungen zu der Regierung in Minsk auf Eis gelegt. Tichanowskaja war Oppositionskandidatin in der Präsidentschaftswahl 2020, deren Sieg der seit 1994 regierende Alexander Lukaschenko reklamierte. Die im Exil lebende Politikerin begrüßte den Entschluss zu einer Kontaktgruppe. Dies sei "ein wichtiger Schritt zur Rückkehr von Belarussen auf die internationale Bühne", schrieb Tichanowskaja auf Twitter.

KNA