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20220908191542

Separatistenführer widerspricht russischer Kriegsthese

18:22
08.09.2022
Der bekannte Kommandeur der prorussischen Separatisten in Donezk, Alexander Chodakowski, hat einem der russischen Rechtfertigungsversuche für den Angriffskrieg gegen die Ukraine offen widersprochen. Er habe bisher keine Belege dafür gefunden, dass die Ukraine einen Angriff auf Russland geplant habe - Moskau behauptet das immer wieder. „Die Ukraine hat sich auf einen Abwehrkrieg vorbereitet“, schrieb Chodakowski am Donnerstag auf seinem Telegram-Kanal. Bei den Dokumenten, die seine Truppen nach der Eroberung ukrainischer Stellungen erbeutet haben, sei ihm kein einziges taktisches Dokument untergekommen, das Angriffshandlungen vorsehe.

Vor seiner Unterstützung der Donezker Separatisten war Chodakowski bis 2014 Chef der örtlichen Antiterroreinheit des ukrainischen Geheimdienstes SBU. Dabei war er auch an der versuchten Niederschlagung der prowestlichen Proteste im Winter 2013/2014 in Kiew beteiligt. Die von ihm gegründete Brigade Wostok (Osten) hat bei der Eroberung der südostukrainischen Hafenstadt Mariupol mitgekämpft. Aktuell ist sie bei Angriffen auf die unter ukrainischer Kontrolle stehende Stadt Wuhledar etwa 40 Kilometer südwestlich von Donezk eingesetzt.

Russland hat am 24. Februar einen Angriffskrieg gegen die Ukraine begonnen. Der Kreml begründete die Invasion auch damit, dass er einem Angriff der ukrainischen Armee auf die seit 2014 abtrünnigen Teile der Gebiete Donezk und Luhansk zuvorkommen müsse. Zudem habe Kiew Angriffspläne für die 2014 von Russland annektierte Halbinsel Krim gehabt. Die Ukraine hat derartige Vorwürfe immer zurückgewiesen.

Michael Rabba

Ukrainische Wirtschaft weiter eingebrochen

16:04
08.09.2022
Die ukrainische Wirtschaftsleistung ist kriegsbedingt zuletzt um mehr als ein Drittel eingebrochen. Im zweiten Quartal 2022 sei die Wirtschaftsleistung im Jahresvergleich um 37,2 Prozent zurückgegangen, teilte das ukrainische Statistikamt am Donnerstag mit. Im ersten Quartal hatte der Einbruch bei 15,1 Prozent gelegen. 2021 war die ukrainische Wirtschaft noch um 3,4 Prozent gewachsen. Russland hat die Ukraine am 24. Februar überfallen und führt seitdem Krieg gegen das Nachbarland.

Große Teile der Süd- und Ostukraine wurden infolgedessen von russischen Truppen besetzt und die für den Export wichtigen Häfen des Landes blockiert. Die südostukrainische Hafenstadt Mariupol mit ihren Stahlwerken wurde zu großen Teilen zerstört. Viele Unternehmen haben ihre Produktion komplett eingestellt. Das Land ist derzeit von ausländischen Finanzhilfen und Rüstungsgütern abhängig.

Michael Rabba

Deutschland und Niederlande wollen Ukrainer in Minenräumung ausbilden

14:19
08.09.2022
Deutschland und die Niederlande wollen die von Russland angegriffene Ukraine auch mit der Ausbildung von Soldaten bei der Minensuche, Minenräumung und beim Beseitigen von Sprengfallen unterstützen. Das teilten die Verteidigungsministerinnen Christine Lambrecht (SPD) und Kajsa Ollongren am Donnerstag auf dem US-Militärstützpunkt im rheinland-pfälzischen Ramstein mit.

Die Unterstützung werde in der Kampfmittelabwehrschule in Stetten am kalten Markt (Baden-Württemberg) erfolgen, sagte Lambrecht. Sie sagte: „Wir werden aber nicht nur die Ausbildung, sondern auch Material zur Verfügung stellen.“ In der Kampfmittelabwehrschule sei man in der Lage, etwa 20 ukrainische Soldaten auszubilden, betonte Lambrecht. „Das wird sehr zügig vonstatten gehen können, wir sind da schon in der Abstimmung.“

Deutschland unterstütze die Ukraine auch auf anderen Feldern, etwa bei der Anfrage eines sogenannten Winterpakets, sagte Lambrecht. Deutschland werde beispielsweise Material zur Stromerzeugung, Zelte und Winterausrüstung liefern. Die Bundesverteidigungsministerin unterstrich zudem: „Alsbald werden die schon zugesagten Geparden ausgeliefert, die zweite Tranche dieser Unterstützung, und die Brückenlegepanzer Biber werden alsbald ausgeliefert.“

Michael Rabba