Letztes Update:
20220411193203

Bürgermeister von Mariupol: Sind „humanitärer Blockade“ ausgesetzt

15:40
06.03.2022
Der Bürgermeister von Mariupol sieht die südukrainische Hafenstadt einer „humanitären Blockade“ ausgesetzt. Das sagte Wadym Boitschenko am Samstag in einer ukrainischen TV-Sendung. Russische Einheiten hätten alle 15 Stromleitungen in die Stadt ausgeschaltet. Diese sei bereits seit fünf Tagen ohne Strom. Da die Heizkraftwerke für ihren Betrieb Strom benötigten, sitze man auch in der Kälte. Auch der Mobilfunk funktioniere ohne Strom nicht. Noch vor Beginn des Krieges sei die Hauptwasserleitung abgetrennt worden, und nach fünf Kriegstagen habe man auch die Reservewasserversorgung verloren. Die russische Seite sei sehr methodisch vorgegangen, um die Stadt von jeglicher Versorgung abzuschneiden und so inneren Druck zu erzeugen.

Durch den zunehmenden Beschuss und Bombardierungen sei auch die Zahl der Verletzten zuletzt in die „Tausende“ gestiegen, sagte Boitschenko weiter. Wie viele Menschen ums Leben gekommen seien, sei schwer zu zählen, da man den sechsten Tag praktisch durchgehend unter Beschuss stehe. Man habe keine Chance, nach seinen Liebsten zu sehen, da der Beschuss nicht aufhöre. Es gehe um nichts anderes, als die „Ukraine von den Ukrainern zu befreien, so sehe ich das“, sagte der Bürgermeister. In Bezug auf die Stadt sprach Boitschenko von „Ruinen“ und „kolossaler“ Zerstörung. „Das Mariupol, das sie kannten, gibt es nicht mehr“, sagte er zum Moderator.

Jan-Felix Jasch

Scholz lobt europäische Solidarität mit ukrainischen Geflüchteten

15:16
06.03.2022
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat sich nach seinem Treffen mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen lobend über die europäische Solidarität mit den Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine geäußert. „Es ist gut und eben nicht selbstverständlich, dass alle EU-Staaten gemeinsam, schnell und unbürokratisch Kinder, Frauen und Männer aufnehmen“, erklärte Scholz am Sonntag via Twitter. Es sei klar, dass Europa zusammenhalte. „Wir helfen gemeinsam denjenigen, die vor dem Krieg Zuflucht suchen. Und wir halten zusammen.“

„In diesem Krieg rückt Europa enger zusammen. Das zeigen die geschlossene Reaktion mit Sanktionen auf den russischen Angriff sowie die Bereitschaft, Geflüchtete aus der Ukraine aufzunehmen.“ Darüber habe er mit der EU-Kommissionspräsidentin in Berlin gesprochen. Bei den Beratungen ging es den Angaben zufolge auch um den informellen Europäischen Rat am 10. und 11. März in Versailles.

Von der Leyen sprach im Anschluss von einem „guten Treffen“. Beide Seiten würden „gemeinsam an der humanitären Lage, diplomatischen Initiativen, Sanktionen und der Energiesicherheit“ arbeiten, twitterte die Kommissionschefin. Der Europäische Gipfel Mitte März werde „wichtige Signale“ der europäischen Einheit und Stärke setzen, kündigte von der Leyen an.

Michael Rabba