Letztes Update:
20221209155249

Glückwünsche von der Front: Ukrainer feiern Donezk-Sieg in Leipzig

05:50
07.09.2022
Der Trainer von Schachtjor Donezk, Igor Jovicevic, hat die Leistung seiner Mannschaft in der Champions League bei RB Leipzig auch mit der Kriegslage in der Ukraine begründet. „Wenn du mit dem Herzen für ein ganzes Land spielst, dann fliegst du einfach über den Platz. Die Spieler sitzen in der Kabine und sind schockiert darüber, was sie erreicht haben“, sagte der 48-Jährige nach dem 4:1 beim deutschen Pokalsieger. Für Donezk war es das erste Europacup-Spiel seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine Ende Februar.

Laut Jovicevic wird der Sieg prägend sein für die weitere Karriere seiner Spieler. „Ich bin der glücklichste Trainer der ganzen Welt. Das sind Emotionen, die wir nie in unserem Leben vergessen werden“, sagte der Kroate. Man sei das komplette Spiel auf hohem Niveau gewesen, habe keine Schwächephase gehabt.

Kapitän Taras Stepanenko erreichten die Reaktionen aus der Heimat unmittelbar nach dem Schlusspfiff in der Kabine. „Ich habe viele Nachrichten aus der Ukraine bekommen, von meinen Freunden“, sagte der 33-Jährige. Auch von Soldaten an der Front habe er Glückwünsche bekommen. „Der Sieg ist wichtig für unser Land, für unsere Armee. Siege wie diese sind entscheidend für unsere Leute.“

dpa

Kapitel

6. September

IAEA-Chef nach Reise zu AKW: „Wir spielen mit dem Feuer“

04:12
07.09.2022
Nach seiner Reise zum gefährdeten ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja hat der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA vor dem Weltsicherheitsrat Alarm geschlagen. „Wir spielen mit dem Feuer und etwas sehr, sehr Katastrophales könnte passieren“, sagte IAEA-Chef Rafael Grossi am Dienstag vor dem UN-Sicherheitsrat in New York. Der Beschuss des Gebäudes sei extrem gefährlich. Militärfahrzeuge in den Gebäuden der Anlage müssten entfernt werden, sagte Grossi weiter. Auch die externe Stromversorgung der Reaktoren müsse sichergestellt werden, um unter anderem die Kühlung des AKW zu gewährleisten.

Russische Streitkräfte halten das ukrainische AKW im Süden des Landes besetzt. Kiew und Moskau machen sich gegenseitig für den Beschuss der Anlage verantwortlich. Ein IAEA-Team unter Grossis Führung reiste vorige Woche nach monatelangen Verhandlungen und Vorbereitungen zu Europas größtem Atomkraftwerk, um die Sicherheitslage zu analysieren und eine Präsenz der Internationalen Atomenergiebehörde aufzubauen. Zwei IAEA-Experten sind nun permanent vor Ort.

Michael Rabba