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Ukrainischer Regierungschef fordert deutsche Kampfpanzer

04:28
02.09.2022
Vor seinem Deutschlandbesuch hat der ukrainische Ministerpräsident Denys Schmyhal von der Bundesregierung Kampfpanzer zur Abwehr der russischen Angreifer gefordert. „Wir benötigen einen Wandel in der Philosophie der Waffenlieferungen. Damit meine ich: Es sollten auch moderne Kampfpanzer geliefert werden“, sagte Schmyhal in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. „Wir erwarten von den USA, dass sie uns ihre Abrams-Panzer liefern und von Deutschland erwarten wir Leopard 2. Das sind die modernen Panzer, die die Ukraine auf dem Schlachtfeld braucht.“

Schmyhal wird am Samstag in Berlin erwartet. Am Sonntag wird er von Bundeskanzler Olaf Scholz im Kanzleramt empfangen. Er ist der höchstrangige ukrainische Politiker, der Berlin seit Beginn des russischen Angriffskriegs vor gut einem halben Jahr besucht.

Nach anfänglichem Zögern hat Deutschland der Ukraine in den letzten Monaten einiges an schweren Waffen geliefert: Zehn schwere Artilleriegeschütze vom Typ Panzerhaubitze 2000, 15 Flugabwehrpanzer, drei Mehrfachraketenwerfer und drei Bergepanzer. „Deutschland hat einen immensen Fortschritt gemacht, was die Unterstützung der Ukraine mit Waffen angeht“, sagte Schmyhal. Am Anfang seien nur Schutzausrüstungen oder Helme geliefert worden, heute sind es modernste Waffen. „Es ist aber natürlich unser Wunsch, noch mehr Waffen und Ausrüstung möglichst schnell zu erhalten.“

Jan-Felix Jasch

Kapitel

Donnerstag, 1. September

Schulen in Ukraine nehmen Unterricht trotz Krieg wieder auf

21:51
01.09.2022
Mitten im russischen Angriffskrieg hat in der Ukraine für mehrere Hunderttausend Schülerinnen und Schüler ein neues Schuljahr begonnen. „Heute ist der 1. September - Euer Tag, ein wichtiger Tag für uns alle, der Tag des Wissens“, richtete sich Präsident Wolodymyr Selenskyj am Donnerstag in einer Videobotschaft an sie und alle Studierenden. Der diesjährige Schulanfang unterscheide sich wegen des Kriegzustands von den vorhergehenden. „Die einen sind weit weg von zu Hause - in anderen Regionen der Ukraine, andere in anderen Ländern“, sagte der 44-Jährige.

Aufgrund der seit dem 24. Februar laufenden russischen Invasion hat das Bildungsministerium nur bei vorhandenen Luftschutzkellern einen Präsenzunterricht gestattet. In den ukrainisch kontrollierten Gebieten haben nach Ministeriumsangaben von 12 906 Schulen demnach nur etwa 27 Prozent den Unterricht wieder regulär aufgenommen. Weitere knapp 42 Prozent unterrichten nur per Internet, die übrigen in einer Mischform. In den frontnahen ost- und südukrainischen Gebieten Charkiw, Donezk, Dnipropetrowsk, Saporischschja und Mykolajiw wurde größtenteils auf Online-Unterricht umgestellt. 272 Bildungseinrichtungen seien seit Februar komplett zerstört und 2164 beschädigt worden.

Dem russischen Verteidigungsministerium nach sind in den von Russland besetzten Gebieten über 326.000 Schüler in mehr als 1400 Schulen geblieben. Laut Medienberichten wurde auf Russisch als Unterrichtssprache und russische Lehrpläne umgestellt. In der Ukraine und anderen Ex-Sowjetrepubliken beginnen Schulen und Universitäten traditionell am 1. September das neue Lehrjahr.

dpa