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Rotes Kreuz fordert Ende von Kämpfen in AKW Saporischschja

15:08
01.09.2022
Das Internationale Rote Kreuz hat Russland und die Ukraine zu einem Ende der Kämpfe in der Nähe des Atomkraftwerks Saporischschja aufgefordert. „Es darf keine Kämpfe in, um, in Richtung und aus derartigen Einrichtungen wie dem AKW heraus geben“, sagte der Leiter der Organisation, Robert Mardini, Journalisten am Donnerstag in Kiew. Bei einem „massiven Zwischenfall“ in Europas größtem Kraftwerk im Süden der Ukraine gäbe es „nur noch wenig, was irgendjemand tun kann“.

Der russische Angriffskrieg gegen das Nachbarland dauert inzwischen mehr als ein halbes Jahr. Das AKW Saporischschja im Süden des Landes ist seit Anfang März von russischen Truppen besetzt. Seit einigen Wochen gibt es wegen Gefechten in der Nähe Sorge vor einer Atomkatastrophe. Mit sechs Atomreaktoren und einer Nettoleistung von 5700 Megawatt ist Saporischschja das größte AKW in Europa.

dpa

Russland behält sich Reaktion auf Visa-Entscheidung der EU vor

14:45
01.09.2022
Das russische Außenministerium hat die von der EU angekündigte Aussetzung des Visa-Abkommens scharf kritisiert und mögliche Gegenmaßnahmen angekündigt. „Wir haben nicht vor, uns der Europäischen Union bei der unsinnigen Politik des "Brückenabreißens" zwischen den Menschen anzupassen, aber behalten uns gleichzeitig das Recht auf Gegenmaßnahmen zum Schutz der Interessen unserer Bürger und unserer nationalen Interessen vor“, teilte Außenamtssprecherin Maria Sacharowa in einem am Donnerstag auf der Webseite des Ministeriums veröffentlichten Schreiben mit.

Am Mittwoch hatte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell mitgeteilt, dass die Europäische Union das 2006 geschlossene Abkommen mit Russland zur Erleichterung der Visa-Vergabe vollständig aussetzen werde. Der Schritt ist eine weitere Sanktion als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, der seit mehr als einem halben Jahr andauert.

Sacharowa sprach von einem Schritt, „der die wachsende Feindlichkeit des Blocks gegenüber Russland“ dokumentiere. Am Donnerstag hatte sich zudem Außenminister Sergej Lawrow vor Studenten der Diplomatenakademie MGIMO in Moskau dagegen ausgesprochen spiegelgleich zu reagieren und die Visavergabe an die Europäer zu stoppen. Russland solle eine „Dummheit nicht mit einer Dummheit beantworten“, sagte er. Stattdessen werde Moskau „punktuell“ reagieren, versprach er. Eine endgültige Entscheidung darüber, wie die Antwort aussehen werde, sei aber noch nicht getroffen.

dpa

Landesaufnahmebehörde stockt Kapazitäten für Geflüchtete auf

14:02
01.09.2022
Wegen des anhaltenden Zugangs von geflüchteten Menschen aus der Ukraine stockt die niedersächsische Landesaufnahmebehörde ihre Kapazitäten auf. Kurzfristig sollen bis zu 1400 weitere Erstaufnahmeplätze hinzukommen, sagte Innenminister Boris Pistorius (SPD) in einer am Donnerstag verbreiteten Mitteilung.

Dafür wird demnach etwa die ehemalige Bundesgrenzschutz-Kaserne in Bad Bodenteich (Landkreis Uelzen) ertüchtigt. Dieser Standort wurde bereits 2015/16 für die Unterbringung von geflüchteten Menschen genutzt und dient seitdem als eine Reserveliegenschaft. Eigenen Angaben zufolge hat die niedersächsische Landesaufnahmebehörde bislang rund 5100 Betten.

„Wir müssen vor dem Winter darauf vorbereitet sein, dass weiter und möglicherweise mehr Menschen zu uns kommen“, betonte der Innenminister. Seit Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine hat Niedersachsen laut Ministerium mehr als 100.000 Menschen aus dem Land aufgenommen. 

dpa