Letztes Update:
20220901120222

Internationale Atomexperten im AKW Saporischschja eingetroffen

12:02
01.09.2022
Die Beobachtermission der Internationalen Atombehörde IAEA ist im Atomkraftwerk Saporischschja im Süden der Ukraine eingetroffen. Das berichtet die ukrainische Atombehörde Enerhoatom am Donnerstag auf ihrem Telegram-Kanal. Die Reise dient der Sicherung von Europas größtem Atomkraftwerk, das im Krieg zwischen Russland und der Ukraine immer wieder unter Beschuss gerät.

dpa

Menschenrechtler werfen Russland Zwangsumsiedlung vor

11:25
01.09.2022
Human Rights Watch wirft Russland eine zwangsweise Übersiedlung ukrainischer Zivilisten vor, auch von solchen auf der Flucht vor Kämpfen. Bewohner aus den Gebieten von Mariupol oder Charkiw seien unter verschiedenen Androhungen genötigt worden, sich nach Russland oder in russisch kontrollierte Region Donezk zu begeben, heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht. Zwangsumsiedlungen stellten ein Kriegsverbrechen und ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit dar, so die Menschenrechtsorganisation mit Sitz in New York.

Der Bericht fußt laut Human Rights Watch auf Interviews mit 54 Personen, darunter Betroffenen. Zur Zahl der nach Russland gebrachten ukrainischen Zivilisten gibt es keine Schätzung. Die Organisation zitiert eine russische Agenturmeldung von Ende Juli, nach der mehr als 2,8 Millionen Ukrainer nach Russland einreisten, darunter 448.000 Kinder. Human Rights Watch zufolge gaben einige Personen auch an, freiwillig dorthin gegangen zu sein, unter anderem Männer im waffenfähigem Alter, denen das ukrainische Kriegsrecht eine Ausreise verbietet.

Weiter beschuldigt Human Rights Watch russische Behörden, Tausende flüchtender Ukrainer einer zwangsweisen Sicherheitsüberprüfung unterzogen zu haben. Dabei seien biometrische Daten wie Fingerabdrücke aufgenommen, Leibesvisitationen und Befragungen durchgeführt sowie Gepäck und Mobiltelefone durchsucht worden. Es handele sich um Zwangsmaßnahmen, die das Recht auf Schutz der Privatsphäre verletzten und keine rechtliche Grundlage hätten, so die Menschenrechtsaktivisten.

KNA

IAEA-Mission bereits auf russisch kontrolliertem Gebiet

10:01
01.09.2022
Die Expertengruppe der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEA) für das südukrainische Atomkraftwerk Saporischschja ist nach Angaben der russischen Besatzungstruppen bereits auf dem von ihnen kontrolliertem Gebiet. „Nach den zuletzt übermittelten Informationen haben sie den Kontrollpunkt Wassyliwka passiert und wir erwarten sie innerhalb der nächsten Stunde in der Stadt Enerhodar“, wurde der Chef der Besatzungsverwaltung von Enerhodar, Alexander Wolga, von der russischen Nachrichtenagentur Interfax am Donnerstag zitiert.

Zuvor gab es Berichte über Artilleriebeschuss der Stadt Enerhodar. IAEA-Chef Rafael Grossi hatte über die Risiken berichtet und in der nahen Großstadt Saporischschja vor der Abfahrt versichert: „Wir werden nicht stoppen. Wir fahren jetzt los.“

Kiew warf dabei Russland sogar vor, gezielt die geplante Route der Expertengruppe zu beschießen. Die russische Armee sprach hingegen von einer verhinderten ukrainischen Landungsoperation am Ufer des Flusses Dnipro unweit des Atomkraftwerks. Videos zeigten russische Kampfhubschrauber über der Kraftwerksstadt Enerhodar. Dem ukrainischen Kraftwerksbetreiber Enerhoatom nach wurde infolge des Beschuss erneut eine Reservestromleitung beschädigt und der Reaktor fünf musste heruntergefahren werden.

dpa