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Kapitel

Dienstag, 30. August

Kreml dementiert politische Ziele hinter Gasliefersenkungen

20:26
30.08.2022
Die Probleme beim Transit russischen Gases nach Europa sind nach Angaben aus Moskau rein technischer Natur. „Es gibt Garantien dafür, dass die Lieferungen durch nichts außer die durch die Sanktionen hervorgerufenen technischen Probleme behindert werden“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Dienstag der Agentur Interfax zufolge. Der 54-Jährige antwortete so auf die Frage, ob Russland nach dem Ende der Wartungsarbeiten an der Pipeline Nord Stream 1 die Wiederaufnahme der Lieferungen garantieren könne.

„Russland war, ist und wird bereit sein, seine Verpflichtungen zu erfüllen“, sagte er. Der Kremlsprecher warf dem Westen vor, durch seine Sanktionen normale Servicearbeiten an den Turbinen der Leitung zu behindern. Zuvor hatte der russische Energiekonzern Gazprom angekündigt, Nord Stream 1 wegen anstehender Wartungsarbeiten an der einzig noch verbliebenen Turbine in der Kompressorstation „Portowaja“ vom 31. August bis zum 2. September abzuschalten.

Die Ostseepipeline arbeitet seit Anfang Sommer ohnehin nur noch mit 20 Prozent ihrer maximalen Kapazität. Gazprom begründet dies mit technischen Problemen, Politiker in Berlin und Brüssel haben mehrfach den Verdacht geäußert, dass politisches Kalkül aus Moskau hinter der Drosselung der Gaslieferungen steckt, um den Druck auf Europa zu erhöhen. Die EU hat nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine Sanktionen gegen Russland verhängt.

dpa

Besatzer: Atomexperten nur einen Tag im AKW Saporischschja

20:01
30.08.2022
Die Mission der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zum ukrainischen Kernkraftwerk Saporischschja soll nach Angaben der russischen Besatzung nur einen Tag dauern. Die Experten sollten „an einem Tag anschauen, wie das Werk arbeitet“, sagte Jewgeni Balizki, der Leiter der von Russland eingesetzten Gebietsverwaltung in Melitopol. „Die Elemente, die sie nennen, wird man im Verlauf ansehen können“. Das erklärte Ziel der 14 Experten, sich die Arbeit des AKW anzuschauen, sei ein „unscharfer Begriff“, kritisierte Balizki am Dienstag der Agentur Interfax zufolge.

Die Gruppe unter Leitung des IAEA-Direktors Rafael Grossi traf am Dienstag in Kiew mit Präsident Wolodymyr Selenskyj zusammen. Für Mittwochmorgen gegen 6.00 Uhr Ortszeit (5.00 Uhr MESZ) war nach Angaben eines Sprechers ein kurzes Statement geplant, bevor die Reise in den Süden der Ukraine beginnen sollte. Die „New York Times“ berichtete unter Berufung auf informierte Quellen, dass der Besuch am Mittwoch stattfinden solle.

Jan-Felix Jasch