Letztes Update:
20220830142249

Innenministerium besorgt wegen pro-russischer Fake-Medienwebseiten

14:22
30.08.2022
Das Bundesinnenministerium ist beunruhigt über gefälschte und täuschend echt aussehende Medienwebseiten mit pro-russischen Desinformationen rund um den Ukraine-Krieg. Ein Ministeriumssprecher teilte am Dienstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit: „Wir haben mit Sorge zur Kenntnis genommen, dass über Fake-Accounts in bestimmten sozialen Medien täuschend echt aussehende, allerdings gefälschte Webauftritte von etablierten Nachrichtenseiten verlinkt werden.“

Dort werden demnach erfundene Nachrichten und gefälschte Videos verbreitet. „Diese verfolgen das Ziel, Vertrauen in Politik, Gesellschaft und staatliche Institutionen zu untergraben. Die aktuelle Berichterstattung zeigt exemplarisch das Ausmaß pro-russischer Propaganda und Desinformation in Deutschland“, hieß es von dem Sprecher weiter.

Die News-Plattform „T-Online“ und das ZDF berichteten von einer pro-russischen Desinformationskampagne in sozialen Medien. „T-Online“ nannte mehrere Beispiele für täuschend echt aussehende Nachrichtenwebseiten, betroffen war auch das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Auf dpa-Anfrage hieß es aus der „Spiegel“-Verlagsgruppe: „Leider werden unsere Marken immer wieder für vergleichbare Aktionen missbraucht. Wir prüfen regelmäßig rechtliche und technische Möglichkeiten und gehen im Einzelfall auch gegen diese Art Missbrauch vor.“

Desinformation - auch Fake News genannt - ist schon länger ein großes Problem im Netz.

Michael Rabba

Offensive in der Südukraine: Kiew hält sich mit Lage-Meldungen zurück

13:03
30.08.2022
Nach dem Beginn einer Großoffensive in der Südukraine hält sich das ukrainische Militär mit Meldungen zur Lage zurück. Die Pressesprecherin des Südkommandos der ukrainischen Armee, Natalija Humenjuk, sprach am Dienstag von „Positionskämpfen“ in den Gebieten Mykolajiw und Cherson. Dies sei durch vorhergehende Umgruppierungen der russischen Armee verursacht worden. Es sei dabei noch zu früh von möglichen zurückeroberten Orten zu reden. „Es finden gerade Kämpfe statt und diese erfordern eine Informationsruhe.“

Tags zuvor hatte Humenjuk den Start einer seit Juni angekündigten Offensive der ukrainischen Streitkräfte auf dem rechten Ufer des Fluss Dnipro verkündet. Die russische Armee bestätigte zwar Vorstoßversuche der ukrainischen Truppen, sprach aber zeitgleich von einer erfolgreichen Abwehr und hohen ukrainischen Verlusten. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine am 24. Februar ist das Gebiet Cherson weitgehend unter russische Kontrolle geraten. Die Gebietshauptstadt Cherson ist dabei das einzige Regionalzentrum, das die Russen erobern konnten. Kiew spricht seit Wochen von einer baldigen Rückeroberung von Cherson und der anliegenden besetzten Gebiete auf dem rechten Ufer des Dnipro.

dpa