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Sechs Monate Krieg: Russland verteidigt Angriff auf die Ukraine

11:43
24.08.2022
Sechs Monate nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine hat Moskaus Verteidigungsminister Sergej Schoigu das Vorgehen in dem Land verteidigt. Die Ukraine habe den Friedensplan für die Gebiete im Donbass abgelehnt, sagte Schoigu am Mittwoch der Agentur Interfax zufolge vor Verteidigungsministern der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) bei einem Treffen in der usbekischen Hauptstadt Taschkent. „Von Kiew, das sich geweigert hat, die Vereinbarungen von Minsk zu erfüllen, ging eine reale Gefahr für die Menschen im Donbass aus, und in der Perspektive für die Russische Föderation“, sagte er.

Russland hatte den Krieg unter anderem mit der Begründung begonnen, die Ukraine „entmilitarisieren“ zu wollen. Die „Militäroperation“ läuft Moskaus Darstellung zufolge nach Plan. „Alle Ziele werden erreicht werden“, bekräftigte nun auch Schoigu. Während internationale Beobachter den russischen Truppen ein schleppendes Vorankommen attestieren, betonte Russlands Verteidigungsminister, das Tempo der Angriffe sei bewusst verlangsamt worden, um Opfer unter Zivilisten zu vermeiden.

„Die Schläge werden mit hochpräzisen Waffen auf Objekte der militärischen Infrastruktur der Streitkräfte der Ukraine ausgeführt“, sagte er. Menschenrechtler und andere unabhängige Experten haben in den vergangenen Monaten allerdings immer wieder brutale Verbrechen auch an Zivilisten dokumentiert und oft Russland dafür verantwortlich gemacht.

Einmal mehr erhob Schoigu unterdessen schwere Vorwürfe gegen westliche Staaten, die die angegriffene Ukraine militärisch unterstützen. „Die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten pumpen die Ukraine weiterhin mit Waffen voll, was die Zahl der Opfer erhöht und den Konflikt verlängert“, kritisierte er.

Die Ukraine hat in den vergangenen Monaten immer wieder um Waffen gebeten, um ihre eigenen, von Russland besetzten Gebiete zurückerobern zu können. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte am Tag der Unabhängigkeit des Landes, der mit dem Datum sechs Monate nach Kriegsbeginn zusammenfiel, dass Kiew kämpfe, bis alle Gebiete wieder unter seiner Kontrolle seien.

dpa

London: Krieg gegen Ukraine ist für Moskau kostspielig und schädlich

10:58
24.08.2022
Ein halbes Jahr nach dem Beginn des russischen Kriegs gegen die Ukraine hat Großbritannien den Angreifern ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. „Operativ leidet Russland unter einem Mangel an Munition, Fahrzeugen und Personal“, teilte das Verteidigungsministerium in London am Dienstag unter Berufung auf Geheimdienstinformationen mit. Die Moral sei in vielen Teilen schlecht und die Armee erheblich eingeschränkt. Russlands diplomatische Macht sei gesunken und die langfristigen wirtschaftlichen Aussichten seien düster.

„Die Donbass-Offensive macht minimale Fortschritte, und Russland erwartet einen schweren ukrainischen Gegenangriff“, hieß es weiter. Das britische Fazit: „Nach sechs Monaten hat sich Russlands Krieg als kostspielig und strategisch schädlich erwiesen.“ Das Ministerium betonte, der russischen Führung sei seit April bewusst, dass die Ziele, die ukrainische Regierung zu stürzen und große Teile des Landes zu besetzen, gescheitert seien. Seitdem verfolge Moskau bescheidenere Pläne in der Ost- und Südukraine.

Das britische Verteidigungsministerium veröffentlicht seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine Ende Februar unter Berufung auf Geheimdienstinformationen täglich Informationen zum Kriegsverlauf.

dpa