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Von Russland gelenkte Separatisten berichten über Beschuss von Donezk

12:23
23.08.2022
Die von Russland gelenkten Separatisten in der Ostukraine haben über schwere Angriffe auf die Stadt Donezk durch die ukrainische Armee berichtet. Getroffen worden sei unter anderem das Verwaltungsgebäude von Separatistenführer Denis Puschilin, teilte die selbst ernannte Territorialverteidigung Donezk am Dienstag auf Telegram mit. Puschilin selbst sei nicht verletzt worden, es seien aber drei Zivilisten getötet worden. Unabhängig überprüfen ließ sich das nicht.

Ebenfalls zunächst nicht verifizierbar war die Behauptung, die Ukrainer hätten Donezk mit aus den USA gelieferten Himars-Raketen beschossen. Russlands Verteidigungsministerium teilte unterdessen mit, in den südlichen Gebieten Cherson und Mykolajiw einige Dutzend Quadratkilometer weiter vorgerückt zu sein.

Die selbst ernannte Volksrepublik Donezk steht zu rund 60 Prozent unter russischer Kontrolle. Nach der Eroberung der Nachbarregion Luhansk besteht eines von Moskaus Hauptkriegszielen darin, auch Donezk vollständig unter die Kontrolle der eigenen Truppen zu bringen. Auch sechs Monate nach dem Einmarsch in die Ukraine kommen die Russen dabei internationalen Beobachtern zufolge allerdings eher schleppend voran.

Sebastian Oldenborg

USA fordern US-Bürger zum Verlassen der Ukraine auf

11:30
23.08.2022
Angesichts von Befürchtungen über verstärkte russische Angriffe in den kommenden Tagen haben die USA ihre Bürger in der Ukraine zum sofortigen Verlassen des Landes aufgefordert. Die US-Botschaft in Kiew veröffentlichte dazu am Dienstag eine neue Sicherheitswarnung. Darin heißt es: „Das (US-)Außenministerium verfügt über Informationen, wonach Russland seine Bemühungen verstärkt, in den kommenden Tagen Angriffe gegen die zivile Infrastruktur der Ukraine und Regierungseinrichtungen zu starten.“

Die Ukraine feiert am Mittwoch - genau ein halbes Jahr nach Kriegsbeginn - den 31. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit von der Sowjetunion. Befürchtet wird, dass Russland den Tag für besonders schweren Beschuss auf das Nachbarland nutzen könnten. Es ist nicht die erste vergleichbare Sicherheitswarnung. Bereits einen Monat vor Kriegsbeginn - am 24. Januar - waren alle US-Bürger zur Ausreise aufgefordert worden. Im Juli veröffentlichten die USA eine Warnung vor schweren Raketenangriffen. Auch das Auswärtige Amt hat seit Februar eine Reisewarnung für die Ukraine.

dpa

Tausenden Ukrainern droht Ende von privater Unterkunft bei Briten

10:00
23.08.2022
Tausenden ukrainischen Flüchtlingen in Großbritannien droht ein Ende ihrer Unterkunft in privaten Haushalten. Wie das nationale Statistikamt ermittelt hat, will oder kann etwa jeder vierte Gastgeber die für ein halbes Jahr zugesagte Unterbringung nicht mehr fortsetzen. Flüchtlings-Staatssekretär Richard Harrington forderte deshalb, die Hilfszahlungen der Regierung von derzeit 350 Pfund (415 Euro) im Monat zu verdoppeln. Harrington verwies auf die explodierenden Kosten für Strom und Gas. Die staatlichen Zuschüsse seien ein sehr wichtiger Beitrag für Haushaltsausgaben, sagte der konservative Politiker.

Die britische Regierung hatte nach dem russischen Angriff auf die Ukraine das Programm „Homes for Ukraine“ (Ein Heim für die Ukraine) ins Leben gerufen. Dabei verpflichten sich Privatleute, ukrainische Flüchtlinge für mindestens ein halbes Jahr bei sich zu Hause aufzunehmen. Das Programm endet am 18. September. Derzeit leben 81.700 Ukrainerinnen und Ukrainer in etwa 25.000 Haushalten, wie die Zeitung „Times“ berichtete. Sollte ein Viertel der Gastgeber sich nun zurückziehen, wären etwa 19.000 Ukrainer betroffen. Großbritannien ist das einzige europäische Land, das von ukrainischen Flüchtlingen ein Visum verlangt.

dpa