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Kapitel

Freitag, 19. August

Selenskyj: Russland stiftet mit Pipelines nur Unruhe

20:30
19.08.2022
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland vorgeworfen, seine Gaspipelines zur Erpressung zu nutzen. Als Beispiel verwies er am Freitagabend auf die Ankündigung des russischen Gaskonzerns Gazprom, die Belieferung Deutschlands über die Leitung Nord Stream 1 Ende August für drei Tage einzustellen. Ohne FDP-Vize Wolfgang Kubicki zu nennen, sprach Selenskyj zugleich von „absurden Äußerungen“ in Deutschland, Nord Stream 2 in Betrieb zu nehmen.

„Russland braucht diese Pipelines nur, um in Europa Probleme zu schaffen, nicht um mit Gas zu helfen“, sagte er in Kiew. Je schneller sich die europäischen Staaten unabhängig von russischer Energie machten, desto eher würden sie ruhig durch die Winter kommen.

Kubicki hatte am Freitag gefordert, russisches Gas durch die fertige, aber brachliegende Leitung Nord Stream 2 zu beziehen. Dafür wurde er allseitig kritisiert, denn die Pipeline gilt als Moskauer Instrument, Deutschland abhängiger von Russland zu machen.

Der ukrainische Präsident sprach in seiner Videobotschaft die Bewohner der ständig unter russischem Beschuss liegenden Städte an. Selenskyj nannte Charkiw, Mykolajiw, die Städte im Donbass und den Gebieten Dnipropetrowsk und Saporischschja. Die Ukraine werde jeden dieser Angriffe vergelten, versprach er. Die Städte würden wieder aufgebaut. „Das Wort Ruinen wird man niemals auf die Ukraine, auf unsere Städte anwenden.“

dpa

Russische Flugabwehr wieder über der Krim aktiv

20:29
19.08.2022
Die russische Flugabwehr hat am Freitagabend erneut angeblich Drohnen über der annektierten Halbinsel Krim abgeschossen. Als Orte wurden Sewastopol, der Heimathafen der russischen Schwarzmeerflotte, und der Badeort Jewpatorija genannt. „Wie viele andere Einwohner haben ich Explosionen über dem Zentrum gehört“, schrieb der Verwaltungschef von Sewastopol, Michail Raswoschajew, auf Telegram. „Vermutlich Drohnen. Die Ziele wurden vernichtet.“

Nicht verifizierte Videos in sozialen Netzwerken, die angeblich in Jewpatorija gefilmt wurden, zeigten Leuchtspuren von Flugabwehrfeuer über der Stadt. „Die Krim ist unter verlässlichem Schutz“, erklärte Oleg Krjutschkow, ein Berater der Krim-Führung.

Auf ähnliche Weise waren am Abend zuvor angebliche Drohnen über der Stadt Kertsch und dem Militärflugplatz Belbek bei Sewastopol abgeschossen worden. Beobachter schlossen nicht aus, dass die Ukrainer damit vor möglichen Angriffen die russische Luftabwehr testen wollten. In der Nähe von Jewpatorija im Westen der Krim hatte es vergangene Woche verheerende Explosionen auf dem Fliegerhorst Saki gegeben, bei dem zahlreiche russische Kampfflugzeuge zerstört wurden.

dpa