Letztes Update:
20220813090542

Selenskyj informiert Papst über Krieg in der Ukraine

08:12
13.08.2022
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Papst Franziskus in einem Telefonat am Freitag nach eigenen Angaben von den russischen Angriffen gegen das Land berichtet. "Ich habe ihn über die Lage an der Front und die ständigen Versuche Russlands informiert, den Terror zu verstärken", sagte Selenskyj in seiner täglichen Videobotschaft am späten Abend. Er habe Franziskus "für seine Unterstützung der Ukrainer" gedankt. "Wir haben darüber gesprochen, was wir gemeinsam tun können, um den Frieden im Land wiederherzustellen", so Selenskyj. "Er unterstützt uns."

Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine Ende Februar hat der Papst bereits mehrfach mit Selenskyj telefoniert. Zuletzt äußerte Franziskus wiederholt den Wunsch, in die Ukraine zu reisen. In der Ukraine war auf Kritik gestoßen, dass der Papst den Wunsch geäußert hatte, vor Kiew Moskau zu besuchen.

kna

Selenskyj will Reisebann für Russen

07:24
13.08.2022
Im Streit über die Reisemöglichkeiten für Russen in der EU hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj seine Forderung nach einem Reisebann bekräftigt: „Es muss gewährleistet sein, dass russische Mörder und Helfer des Staatsterrors nicht Schengen-Visa nutzen.“

Die Forderung nach Reisebeschränkungen für Russen kommt vor allem aus den direkten Nachbarländern. Estland und Lettland im Baltikum haben die Einreiseregeln bereits verschärft, auch Finnland erwägt dies. Deutschland und auch die EU-Kommission in Brüssel lehnen einen grundsätzlichen Stopp von Touristenvisa für Russinnen und Russen ab.

„Europa hat Flugreisen von Russland nach Europa verboten. Das bedeutet, dass der einzige Weg, wie Russen nach Europa gelangen können, nur über drei Länder führt – Finnland, Estland und Lettland“, sagte die estnische Ministerpräsidentin Kaja Kallas. „Daher ist also nicht wirklich fair, dass alle anderen Schengen-Staaten diese Visa ausstellen, aber wir drei eigentlich die Last tragen.“ Kallas verwies auf heftige Reaktionen in Moskau auf die Visa-Diskussion. Dies zeige, dass ein Einreiseverbot ein wirksames Sanktionsinstrument sein könne.

Selenskyj sagte, nach allem, was die russische Besatzung in der Ukraine getan habe, könne es zu Russland nur eine Haltung geben, nämlich es als Terrorstaat zu betrachten. „Von diesem Standpunkt aus sollte auch die Haltung zu den Bürgern Russlands bestimmt werden.“ Für Russen, die wirklich Schutz brauchten, gebe es erprobte juristische Mechanismen wie Asyl. Das habe aber nichts mit Urlaubs- oder Geschäftsreisen in die EU zu tun.

dpa