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Moskau will entmilitarisierte Zone um AKW Saporischschja unterstützen

09:13
12.08.2022
Angesichts des andauernden Beschusses des Atomkraftwerks Saporischschja im Süden der Ukraine hat Moskau angedeutet, einem Abzug seines Militärs dort zuzustimmen. „Das ist eine vernünftige Forderung mit der Entmilitarisierung des AKW Saporischschja, ich denke, wir werden das unterstützen“, sagte der Vizechef des Außenausschusses im russischen Parlament, Wladimir Dschabarow, am Freitag der Agentur Interfax zufolge. Die Kontrolle über das AKW will Moskau aber behalten.

Eine Übergabe des leistungsstärksten Kernkraftwerks in Europa an die Ukraine schloss Dschabarow aus. „Russland muss die Kontrolle über die Anlage behalten“, betonte der Duma-Abgeordnete der Kremlpartei „Geeintes Russland“.

Die Lage um das seit März von russischen Truppen besetzte Kraftwerk spitzt sich seit einiger Zeit gefährlich zu. Zunächst hatten ukrainische und westliche Politiker Moskau vorgeworfen, die Anlage als Schutzschild für die eigene Artillerie zu missbrauchen. In der vergangenen Woche ist das Kraftwerksgelände selbst mehrfach beschossen und beschädigt worden, auch wenn bislang keine kritische Infrastruktur getroffen wurde. Russland und die Ukraine machen sich gegenseitig für die Angriffe verantwortlich. Unabhängig lassen sich die Berichte nicht nachprüfen.

Auf einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats am Donnerstag forderte der Chef der Internationalen Atombehörde Rafael Grossi, Moskau und Kiew dazu auf, umgehend einen Besuch internationaler Experten zu ermöglichen. Russland ist eigenen Angaben nach dazu bereit. Der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja erklärte, eine solche Mission solle „möglichst schnell - vielleicht sogar bis Ende August stattfinden“.

dpa

Ukraine-Krieg wird Weltkirchenrat in Karlsruhe beschäftigen

08:38
12.08.2022
Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine wird auch den Weltkirchenrat in Karlsruhe beschäftigen, der in gut drei Wochen beginnt. In einem Plenum solle über den Krieg diskutiert werden, sagte Marc Witzenbacher, der das Großereignis als nationaler Koordinator vorbereitet. „Dort werden Ukrainer und Russen an einem Tisch sitzen und hoffentlich friedlich diskutieren“, sagte Witzenbacher. Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) habe sich bewusst dafür entschieden, die russisch-orthodoxe Kirche nicht von der Vollversammlung auszuschließen. Deren Oberhaupt, der Moskauer Patriarch Kirill, gilt als einer der wichtigsten Unterstützer des Kriegskurses von Präsident Wladimir Putin gegen die Ukraine.

„Der ÖRK will bewusst den Dialog führen und damit Menschen zusammenbringen“, sagte Witzenbacher. „Vielleicht kann die Verständigung zwischen den Kirchen auch dazu beitragen, den Frieden zwischen den Völkern wiederherzustellen.“ Der Ökumenische Rat der Kirchen kommt alle acht Jahre zusammen. Das Treffen in Karlsruhe vom 31. August bis 8. September ist das erste in Deutschland. Der Weltkirchenrat vereint fast 350 Kirchen aus mehr als 120 Ländern. Er repräsentiert mehr als 500 Millionen Christinnen und Christen. Die katholische Kirche gehört dem Rat nicht an. Bislang hätten sich 3500 Teilnehmer zur Vollversammlung angemeldet, sagte Witzenbacher.

dpa