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Moskau nennt US-Berichte zu russischen Toten in der Ukraine „Fake“

12:29
28.07.2022
Der Kreml in Moskau hat die in den USA genannten Zahlen zu russischen Toten und Verletzten in dem Angriffskrieg auf die Ukraine als „Fake“ bezeichnet. „Das sind ja keine Angaben der US-Administration, sondern Veröffentlichungen in Zeitungen“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Donnerstag. „In unserer Zeit scheuen sich nicht einmal die solidesten Zeitungen davor, alle möglichen Fakes zu verbreiten. Das ist leider eine Praxis, die wir immer häufiger erleben.“ Er reagierte damit nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Interfax auf einen Bericht der „New York Times“ zur hohen Zahl von Verlusten Russlands in dem Krieg.

Der US-Fernsehsender CNN berichtete unter Berufung auf Abgeordnete des US-Repräsentantenhauses am Mittwoch (Ortszeit): „Wir wurden darüber informiert, dass mehr als 75.000 Russen entweder getötet oder verletzt wurden, was enorm ist“, zitierte der Sender die demokratische Abgeordnete Elissa Slotkin, die zuvor an einem geheimen Briefing der US-Regierung teilgenommen hatte.

Der US-Auslandsgeheimdienst CIA hatte zuletzt geschätzt, dass auf russischer Seite bereits 15.000 Menschen ums Leben gekommen seien. Der Chef des britischen Auslandsgeheimdienstes MI6, Richard Moore, schloss sich dieser Zahl an und fügte hinzu, dass dies „wahrscheinlich eine konservative Schätzung“ sei.

Aktuelle Angaben der offiziellen Stellen in Russland zu Totenzahlen gibt es nicht. Zuletzt wurde die Zahl von 1351 Toten genannt. Zu einem Video, das den Transport von Leichen russischer Soldaten in Kisten in einem Flugzeug zeigen soll, kritisierte Kira Jarmysch, Sprecherin des inhaftierten Kremlgegners Alexej Nawalny, dass Russland schon seit vier Monaten keine Angaben mehr mache zu den Verlusten in der Ukraine. Demnach war der Massentransport der Leichen in die sibirische Republik Tuwa unterwegs, wie Medien dort berichtet hatten. Die Authentizität des Videos konnte nicht überprüft werden.

dpa

Russland: Bisher keine Einigung über Gefangenenaustausch mit USA

11:55
28.07.2022
Russland und die USA haben sich nach Angaben aus Moskau bislang auf keinen Gefangenenaustausch einigen können. Nach einem Vorstoß der US-Regierung teilte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, am Donnerstag mit, ein konkretes Ergebnis sei in der Frage des Austauschs von zwei US-Bürgern bisher nicht erzielt worden. Auch Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, es gebe noch keine Einigung.

US-Außenminister Antony Blinken hatte am Mittwoch mitgeteilt, bei einem Telefonat „in den kommenden Tagen“ mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow solle es um die Freilassung der in Moskau inhaftierten US-Basketballerin Brittney Griner und ihres Landsmanns Paul Whelan gehen. Griner muss sich derzeit wegen eines Drogendelikts vor einem russischen Gericht verantworten. Whelan ist wegen Spionage im Juni 2020 zu 16 Jahren Haft verurteilt worden.

Spekuliert wird darüber, dass die beiden Amerikaner gegen den in den USA inhaftierten russischen Waffenhändler Viktor But ausgetauscht werden könnten. Sacharowa sagte, dass bei den Verhandlungen die Interessen beider Seiten berücksichtigt werden müssten.

Bei einem Gipfeltreffen in Genf Mitte Juni vorigen Jahres hatten US-Präsident Joe Biden und Russlands Staatschef Wladimir Putin über einen möglichen Austausch von Gefangenen gesprochen. Im April tauschten die USA und Russland - nach Moskaus Einmarsch in die Ukraine - den russischen Staatsbürger Konstantin Jaroschenko gegen den US-Amerikaner Trevor Reed aus.

Nach Darstellung von Sacharowa hatten Putin und Biden ihren Behörden im vergangenen Jahr die Aufgabe erteilt, Verhandlungen über den Austausch von Gefangenen zu führen. Das Verhältnis zwischen Moskau und Washington ist seit langem zerrüttet, seit Beginn von Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine herrscht weitgehend Funkstille.

dpa