Letztes Update:
20220726104812

Tote und Verletzte nach Angriffen im Gebiet Donezk

10:47
26.07.2022
Im ostukrainischen Gebiet Donezk sind mehrere Zivilisten im Zuge der Kämpfe zwischen russischen und ukrainischen Truppen ums Leben gekommen. Im von der Ukraine kontrollierten Teil des Gebiets wurden drei Menschen getötet und acht verletzt, wie Militärgouverneur Pawlo Kyrylenko am Dienstag bei Telegram mitteilte. Die Toten habe es in den Ortschaften Krasnohoriwka, Marjinka und Soledar gegeben. Es werde faktisch das gesamte Territorium vom Gegner beschossen. „Es gibt keine Siedlung im Donezker Gebiet, die nicht beschossen wird und die sicher oder relativ sicher ist“, sagte er später im TV.

Auch in dem von prorussischen Separatisten kontrollierten Teil des Gebiets Donezk wurde nach örtlichen Angaben ein Zivilist in der Stadt Horliwka getötet. In der Region seien auch fünf Menschen verletzt worden, hieß es. Ukrainische Truppen hätten insbesondere den Großraum Donezk beschossen.

Die Ukraine sieht sich seit etwas mehr als fünf Monaten dem russischen Angriffskrieg ausgesetzt. In dem von der Ukraine kontrollierten Teil des Gebiets Donezk wird die Zahl der zivilen Opfer seit dem Beginn der Invasion von den Behörden mit 642 angegeben. Mehr als 1600 Menschen wurden demnach verletzt. Im Separatistenteil sind dagegen örtlichen Statistiken nach knapp 760 Zivilisten getötet und mehr als 2400 verletzt worden. Die Angaben beider Seiten lassen sich nicht unabhängig prüfen.

Die Vereinten Nationen haben ukraineweit bisher mehr als 5200 getötete Zivilisten offiziell registriert. Die Zahl steigt ständig, weil viele Todesfälle noch nicht erfasst sind.

dpa

Deutsche Industrie erwartet langfristig andauernden Gasmangel

08:23
26.07.2022
Auf Deutschland und Europa kommt aus Sicht der deutschen Industrie ein langfristig andauernder Gasmangel zu. „Dieser Testfall für europäische Solidarität muss Putin zeigen, dass die EU im Ernstfall zusammensteht“, sagte Wolfgang Niedermark, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Deutschen Industrie, am Dienstag in Berlin zum Sondertreffen der Energieminister. Der EU-Notfallplan sei ein wichtiger Schritt für europäische Solidarität. „Die akute Energiekrise lässt sich nur gemeinsam europäisch lösen. Es gilt, dem russischen Aggressor entschlossen und Seite an Seite die Stirn zu bieten, anstatt alte Grabenkämpfe fortzuführen.“

Vertreter von EU-Staaten haben sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur auf einen Notfallplan zur Senkung des Gaskonsums verständigt. Er soll an diesem Dienstag bei einem Sondertreffen der Energieminister in Brüssel offiziell bestätigt werden und die Risiken reduzieren, die sich aus einer vollständigen Unterbrechung russischer Gaslieferungen ergeben könnten.

Niedermark sagte, die EU-Energieminister sollten dem Plan, der einen Weg durch den Winter aufzeige, unbedingt zustimmen. „Auf Deutschland und Europa kommt ein langfristig andauernder Gasmangel zu.“ Die ganze Gesellschaft, Unternehmen, staatliche Institutionen und Privathaushalte, müssten Energie einsparen, wo es nur gehe.

dpa