Seit Kriegsausbruch sind rund 140 Flüchtlinge aus der Ukraine in Erstaufnahmeeinrichtungen in Bremen registriert worden. Davon seien etwa 60 bei Freunden und Bekannten untergekommen, sagte der Sprecher der Sozialbehörden, Bernd Schneider. Bremen richtet sich auf weitere Ankünfte ein, vorsorglich wurden bereits 2500 Matratzen gekauft. „Es sind fast durchweg Frauen und Kinder, die in Bremen ankommen“, sagte die Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) am Donnerstag. Rund 40 Prozent von ihnen seien minderjährig. Die meisten würden mit privaten Fahrzeugen abgeholt und in die Erstaufnahme gebracht.
Die Aufnahmeeinrichtungen des Landes und der Stadt Bremen mit ihren rund 5400 Plätzen sind zu 90 bis 95 Prozent ausgelastet. Zum einen sei dies der Corona-Pandemie geschuldet, weil man mehr Platz bei der Belegung einräumen müsse. Zum anderen seien im vorigen Jahre viele Menschen aus dem Westbalkan gekommen, die eine Duldung erwirkt hätten.
Schneider bekräftigte vorherige Aussagen, wonach niemand aus der Ukraine zurückgeschickt werde. „Wir wollen die Menschen in der Mitte unserer Gesellschaft aufnehmen“, so Stahmann. „Auch in Bremen setzen wir alle Hebel in Bewegung, die Kriegsflüchtlinge gut aufzunehmen und zu versorgen.“
Sebastian Oldenborg