Die Ukraine hat russische Drohungen über die Einnahme weiterer Gebiete erwartungsgemäß heftig kritisiert. „Russland verwirft die Diplomatie und ist auf Krieg und Terror konzentriert“, schrieb der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba am Mittwoch auf Twitter. Anstelle von Verhandlungen seien die Russen auf Blutvergießen aus. Zuvor hatte Russlands Außenminister Sergej Lawrow erklärt, Moskaus Gebietsforderungen an Kiew seien mittlerweile größer als noch zu Kriegsbeginn Ende Februar.
Nach dem Einmarsch ins Nachbarland hatte der Kreml von Kiew vor allem die Abtretung der 2014 annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim sowie die der ostukrainischen Gebiete Donezk und Luhansk gefordert. Die angegriffene Ukraine lehnte das klar ab. Nun verweist Moskau auf westliche Waffenlieferungen, die angeblich eine Bedrohung für die prorussischen Separatistengebiete Luhansk und Donezk darstellen sollen. Deshalb wolle man die ukrainische Armee noch weiter zurückdrängen als ursprünglich geplant, heißt es aus Moskau.
Der ukrainische Generalstab verwies unterdessen in seinem abendlichen Bericht auf rund ein halbes Dutzend Frontabschnitte, an denen russische Truppen offenbar vorstoßen wollten. Im Donezker Regierungsbezirk habe es bei Wuhledar, Marjinka, Awdijiwka und entlang der Linie zwischen Siwersk und Bachmut Sturmversuche gegeben, hieß es. Im benachbarten Charkiwer Gebiet seien Angriffe nördlich der Gebietshauptstadt abgewehrt worden. Parallel dazu wurden den ukrainischen Angaben zufolge Dutzende Orte von der russischen Armee mit Artillerie beschossen oder von der Luftwaffe bombardiert.
dpa