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Russische Grenzregion wirft Ukraine Beschuss vor - ein Toter

20:07
20.07.2022
Die russische Grenzregion Belgorod macht die ukrainische Seite für einen Angriff mit einem Todesopfer verantwortlich. Am Mittwoch seien die Dörfer Nechotejewka und Schurawljowka beschossen worden, teilte der Gouverneur der Region, Wjatscheslaw Gladkow, mit. In Nechotejewka seien dadurch mehrere Häuser beschädigt worden. Außerdem sei ein Zivilist gestorben.

Russland, das vor fünf Monaten selbst den Krieg gegen das Nachbarland Ukraine begonnen hat, beklagt seitdem immer wieder Beschuss auch auf dem eigenen Staatsgebiet. Belgorod ist unter den russischen Grenzregionen die, die den bislang folgenschwersten Angriff gemeldet hat: Anfang Juli starben dort infolge von Beschuss vier Menschen. Die ukrainische Seite äußert sich in der Regel nicht zu diesen Vorwürfen.

dpa

Deutsche Bahn plant „Getreidebrücke“ aus der Ukraine

19:40
20.07.2022
Mit einer „Getreidebrücke“ will die Deutsche Bahn für den Export bestimmtes Getreide aus der Ukraine unter anderem in die deutschen Häfen Rostock, Hamburg und Brake nahe Bremerhaven bringen. Das für den Transport von Hilfsgütern aufgebaute Netz werde nun „gedreht“ und soll Getreide per Güterzug an die Seehäfen bringen, teilte die Logistiktochter DB Cargo am Mittwoch in Berlin mit. Mehrere Züge pro Woche sollen sich auf den Weg machen. Zuvor hatte der NDR darüber berichtet.

Genaue Mengen könne man noch nicht nennen, „wir fahren so viel Getreide wie möglich“, sagte ein Sprecher. Den Angaben zufolge soll ein großer Teil der Transporte durch Rumänien führen, da das Land nicht nur eine lange Grenze mit der Ukraine teile, sondern auch eine gute Infrastruktur für Agrartransporte mitbringe. Doch auch die Logistiktöchter etwa in Polen sollen sich an den Transporten beteiligen.

dpa

Ukrainischer Außenminister: Russland will Blut statt Verhandlungen

18:17
20.07.2022
Die Ukraine hat russische Drohungen über die Einnahme weiterer Gebiete erwartungsgemäß heftig kritisiert. „Russland verwirft die Diplomatie und ist auf Krieg und Terror konzentriert“, schrieb der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba am Mittwoch auf Twitter. Anstelle von Verhandlungen seien die Russen auf Blutvergießen aus. Zuvor hatte Russlands Außenminister Sergej Lawrow erklärt, Moskaus Gebietsforderungen an Kiew seien mittlerweile größer als noch zu Kriegsbeginn Ende Februar.

Nach dem Einmarsch ins Nachbarland hatte der Kreml von Kiew vor allem die Abtretung der 2014 annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim sowie die der ostukrainischen Gebiete Donezk und Luhansk gefordert. Die angegriffene Ukraine lehnte das klar ab. Nun verweist Moskau auf westliche Waffenlieferungen, die angeblich eine Bedrohung für die prorussischen Separatistengebiete Luhansk und Donezk darstellen sollen. Deshalb wolle man die ukrainische Armee noch weiter zurückdrängen als ursprünglich geplant, heißt es aus Moskau.

Der ukrainische Generalstab verwies unterdessen in seinem abendlichen Bericht auf rund ein halbes Dutzend Frontabschnitte, an denen russische Truppen offenbar vorstoßen wollten. Im Donezker Regierungsbezirk habe es bei Wuhledar, Marjinka, Awdijiwka und entlang der Linie zwischen Siwersk und Bachmut Sturmversuche gegeben, hieß es. Im benachbarten Charkiwer Gebiet seien Angriffe nördlich der Gebietshauptstadt abgewehrt worden. Parallel dazu wurden den ukrainischen Angaben zufolge Dutzende Orte von der russischen Armee mit Artillerie beschossen oder von der Luftwaffe bombardiert.

dpa