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20220715115236

Umfrage: Mehrheit für Unterstützung der Ukraine trotz hoher Preise

11:52
15.07.2022
Eine Mehrheit der wahlberechtigten Bundesbürger will die Ukraine weiter unterstützen, auch wenn das mit erhöhten Energiepreisen verbunden ist. Im ZDF-„Politbarometer“, das am Freitag veröffentlicht wurde, sprachen sich 70 Prozent der Befragten dafür aus. 22 Prozent lehnten eine weitere Unterstützung des von Russland angegriffenen Landes ab - mit dem Ziel, dass die Energiepreise sinken.

Seit Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine Ende Februar sind die Energiepreise gestiegen. Der Westen verdächtigt Russlands Präsidenten Wladimir Putin, Gas-Lieferstopps als Druckmittel gegen westliche Sanktionen einzusetzen. Derzeit fließt wegen einer routinemäßigen Wartung kein Gas durch die Pipeline Nord Stream 1. Ob Russland die Lieferung anschließend wieder aufnimmt, ist unklar.

Trotz des Rückhalts für eine weitere Unterstützung der Ukraine fordern der Umfrage zufolge weniger Befragte (35 Prozent) als Anfang Juli (44 Prozent) eine Verstärkung der militärischen Hilfe für das Land. 32 Prozent plädieren für ein unverändertes militärisches Engagement und 24 Prozent (Anfang Juli: 18 Prozent) sind für eine Verringerung der Militärhilfe.

Sebastian Oldenborg

Moskau bestätigt Raketenangriff auf ukrainische Großstadt

10:55
15.07.2022
Das russische Verteidigungsministerium hat den Raketenbeschuss der ukrainischen Großstadt Winnyzja mit mehr als 20 Todesopfern als Angriff gegen ein militärisches Objekt bezeichnet. Der Angriff auf das „Haus der Offiziere“ im Stadtzentrum sei während einer Besprechung dort erfolgt, an der „die Militärführung der ukrainischen Streitkräfte und ausländische Waffenlieferanten“ teilgenommen hätten, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Freitag. Seinen Angaben nach wurden alle Teilnehmer der Sitzung getötet.

Die Ukraine hat den Raketenangriff am Donnerstag verurteilt. Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einem Terroranschlag. Nach ukrainischen Angaben sind durch den Einschlag mindestens 23 Menschen getötet worden, darunter drei Kinder. 71 Verletzte liegen im Krankenhaus, einige davon schweben nach wie vor in Lebensgefahr. 18 Personen gelten als vermisst. 

Sebastian Oldenborg

Brite stirbt in Kriegsgefangenschaft der Separatisten in Ostukraine

10:13
15.07.2022
Im Osten der Ukraine ist ein Brite in Kriegsgefangenschaft der prorussischen Separatisten gestorben. Dies teilte eine Vertreterin der Separatisten, Darja Morosowa, der Agentur Interfax zufolge am Freitag mit. Bei einer medizinischen Untersuchung des Mannes nach dessen Festnahme vor mehreren Wochen seien eine Reihe chronischer Krankheiten wie Diabetes, eine Lungen- und Nierenschwäche sowie mehrere Herzkreislaufbeschwerden festgestellt worden, sagte Morosowa. „Angesichts dieser Diagnose und des Stresses ist er am 10. Juli gestorben.“ Die genauen Todesumstände ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Der verstorbene Brite war Medienberichten zufolge mit einem Hilfstransport in der umkämpften Region Saporischschja im Südosten der Ukraine unterwegs, wo er von moskautreuen Truppen festgenommen wurde. Die Separatisten werfen ihm vor, ein Söldner zu sein. In einem im russischen Fernsehen verbreiteten Verhörvideo gab er an, bereits im Irak, in Afghanistan und Libyen gekämpft zu haben. Unabhängig sind die Angaben nicht zu überprüfen. Die Separatisten haben mehrere Ausländer als Söldner der ukrainischen Truppen zum Tode verurteilt. Der Verstorbene zählte nicht zu den Verurteilten.

Sebastian Oldenborg