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UN-Organisation: Hohe Lebensmittelpreise gefährden Versorgung

18:47
06.07.2022
In vielen Ländern sind nach Einschätzung des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (WFP) Menschen von Hunger bedroht, weil sie sich keine Lebensmittel mehr leisten können. Die größten Probleme gebe es derzeit nicht bei der Verfügbarkeit, sondern beim Zugang zu Lebensmitteln, sagte der Deutschland-Direktor der UN-Organisation, Martin Frick, am Mittwoch im Deutschlandfunk. Besonders betroffen seien Länder im Nahen Osten sowie in Afrika im Norden und unterhalb der Sahara.

„Wir produzieren genug“, sagte Frick. „Es ist eigentlich genug da. Nur hat die Corona-Pandemie nun über zwei Jahre Volkswirtschaften komplett erschöpft.“ Mehr als 36 Länder hätten eine Inflation von mehr als 25 Prozent. „Es liegt also im Wesentlichen daran, dass die Menschen sich die Nahrungsmittel nicht mehr leisten können.“ Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine verschärfe die Versorgungskrise. Als weitere Gründe nannte der UN-Experte andere Konflikte sowie den Klimawandel.

Mit den Auswirkungen des Ukraine-Kriegs und der Pandemie auf die Versorgungslage befasst sich auch ein Bericht der Vereinten Nationen, der an diesem Mittwoch in New York vorgestellt wird.

dpa

Russischer Eishockey-Star legt Einspruch gegen Wehrdienst ein

17:41
06.07.2022
Der zwangsweise von der Marine rekrutierte Eishockey-Star Iwan Fedotow will gegen seine Einberufung bei Russlands Nordmeerflotte klagen. „Die Dokumente wurden am Freitag abgeschickt, wir warten auf die Annahme durch das Gericht und werden uns dann in Richtung Prozess bewegen“, sagte Alexej Ponomarjow, der Anwalt des 25-Jährigen, am Mittwoch der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Ria Nowosti zufolge.

Der russische Sport-Fernsehsender Match TV berichtete, dass Fedotow in einem Militärkrankenhaus wegen einer Gastritis (Entzündung der Magenschleimhaut) behandelt werde. Zuvor hatte Fedotows Anwalt gesagt, er sei bereits am Marinestützpunkt im nordrussischen Seweromorsk in der Nähe von Murmansk.

Fedotow gewann in der vergangenen Saison mit ZSKA Moskau den Gagarin Cup und wurde als bester Torhüter der russischen Eishockeyliga KHL ausgezeichnet. Ab der nächsten Spielzeit sollte er jedoch für die Philadelphia Flyers aus der nordamerikanischen Liga NHL auflaufen. Am Freitag aber wurde er in St. Petersburg wegen angeblicher Wehrdienstverweigerung von Feldjägern festgenommen und auf ein Kreiswehrersatzamt gebracht.

Nach mehrstündigem Verhör wurde dem Athleten schlecht, und er musste ins Krankenhaus eingeliefert werden. Anschließend wurde er dann allerdings sofort in die russischen Streitkräfte eingezogen. Sein Anwalt Ponomarjow bezeichnete die Entscheidung der Musterungskommission als gesetzwidrig.

Am Dienstag tauchten beim Telegram-Kanal „Mash“ die ersten Fotos von Fedotow in seiner neuen Einheit auf. Demnach wurde er bei der Nordmeerflotte in die Sportkompanie versetzt und soll dort das kommende Jahr beim zur Militärbasis gehörenden Club „Avantgarde“ das Tor hüten. Zuvor hieß es aus Militärkreisen, Fedotow werde auf die Polarinsel Nowaja Semlja versetzt, die auch als ehemaliges sowjetisches Atombombentestgelände bekannt ist.

Michael Rabba