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Scholz: G7 bemühen sich um Getreideexporte aus Ukraine

10:22
27.06.2022
Angesichts der drohenden Hungerkrise vor allem in Ostafrika bemühen sich die G7-Staaten darum, Getreideexporte aus der Ukraine zu ermöglichen. „Da sind jetzt gegenwärtig Tag und Nacht die Verhandlungen im Gange“, sagte Bundeskanzler Olaf Scholz am Montag im ZDF-„Morgenmagazin“. Das Thema bereite den führenden demokratischen Wirtschaftsmächten größte Sorge und man wolle helfen. Auch mit Geld solle dafür gesorgt werden, dass Hungerkrisen vermieden werden. Konkrete Finanzzusagen der G7-Staaten werden für Montag erwartet.

Die Ukraine und Russland sind die größten Weizen-Exporteure weltweit. Normalerweise decken sie knapp ein Drittel des globalen Bedarfs - weil Russland die ukrainischen Häfen derzeit blockiert, kann viel Getreide aber nicht exportiert werden. Laut Welternährungsprogramm stehen 50 Millionen Menschen weltweit kurz vor einer Hungersnot. Als katastrophal schätzt die UN-Organisation die Lage in Äthiopien, Nigeria, dem Südsudan, dem Jemen, Afghanistan und Somalia ein.

Scholz war zu dem Interview aus Schloss Elmau zugeschaltet, wo noch bis Dienstag die Staats- und Regierungschefs führender demokratischer Wirtschaftsmächte beim G7-Gipfel tagen. Mit dabei sind ab Mittag auch Spitzenvertreter der Gastländer Indien, Indonesien, Südafrika, Senegal und Argentinien, zugeschaltet wird UN-Generalsekretär Antonio Guterres.

dpa

Habeck setzt bei Gas-Krise auf europäische Solidarität

09:01
27.06.2022
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck setzt im Umgang mit der derzeitigen Gas-Krise auf Solidarität zwischen den EU-Ländern. „Kein Land kann auf sich selbst angewiesen sein“, sagte Habeck am Montag vor einem Treffen der für Energie zuständigen EU-Minister in Luxemburg. „Eine Versorgungskrise in einem Land führt zu einer Wirtschaftskrise im anderen Land.“ Habeck sagte, er habe eine Absichtserklärung mit seinen osteuropäischen Kollegen unterzeichnet, um sich bei der Energiesicherheit gegenseitig zu unterstützen.

Deutschland sei bereit, Nachbarländer wie Tschechien, Österreich, Polen und auch Frankreich zu unterstützen - und umgekehrt. „Wir würden überhaupt nicht vorankommen, wenn wir in dieser Situation nicht auf Frankreich, auf Belgien, auf die Niederlande, auch auf Norwegen zurückgreifen könnten, die uns ja unterstützen“, sagte Habeck. Auch Algerien erhöhe die Gasmengen, die über Italien geliefert würden. „Wir sind hier auf eine Solidarität verpflichtet und angewiesen“, so der Grünen-Politiker.

Habeck warnte zudem erneut vor einer möglichen Wirtschaftskrise. Derzeit sei die Versorgungssicherheit gewährleistet. Jedoch: „Die Gegenwart täuscht über die bedrohliche Situation im Winter hinweg, und um diese zu bestehen, müssen wir die Speicher voll haben.“ Mittelfristig drohe ein Szenario, in dem Reduktionen verordnet werden müssten, sagte Habeck. „Das würde dann meiner Einschätzung nach zu einer schweren Wirtschaftskrise in Europa und in Deutschland führen.“ Das gelte es unbedingt zu vermeiden.

Die für Energie zuständigen Minister der EU-Staaten treffen sich, um über die Energiesituation in der EU im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine zu sprechen. Zudem sollen Positionen zur Überarbeitung der Energieeffizienz-Richtlinie und der Richtlinie über erneuerbare Energien beschlossen werden.

dpa