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Ukrainischer Minister zeigt Lager für russische Kriegsgefangene

20:51
21.06.2022
Der ukrainische Justizminister Denys Maljuska hat dem ukrainischen Fernsehen nach Angaben seines Ministeriums Bilder eines vorbereiteten Lagers für russische Kriegsgefangene gezeigt. Das Lager befinde sich im Westen des Landes, sagte der Minister gemäß einer Mitteilung vom Dienstag. „Die Inhaftierten erhalten angemessene Lebensbedingungen und medizinische Versorgung“, versicherte er - und erklärte zugleich, dass die Russen arbeiten müssten. „Sie sind in der Holzverarbeitung tätig und machen sich für die ukrainische Gesellschaft nützlich“, sagte Maljuska.

Insgesamt gebe es 51 Gefängnisse in beinahe jeder Region, in denen Kriegsgefangene gemäß den internationalen Normen getrennt von gewöhnlichen Insassen untergebracht würden. Zur Gesamtzahl der russischen Kriegsgefangenen machte Maljuska keine Angaben. Früheren Äußerungen zufolge sollen es rund 700 gewesen sein. Die russische Seite behauptet, seit dem Beginn des Einmarsches Ende Februar etwa zehnmal so viele Ukrainer gefangen genommen zu haben. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben beider Seiten nicht.

Michael Rabba

Ukraine-Krieg: FIFA-Transferregelung für Ausländer verlängert

20:36
21.06.2022
Der Fußball-Weltverband FIFA hat die Sonderregelung für Transfers von ausländischen Spielern und Trainern aus Vereinen in Russland und der Ukraine um ein Jahr bis zum 30. Juni 2023 verlängert. Das Council entschied, dass die Verträge mit ukrainischen Clubs automatisch bis nach Ende der kommenden Saison ausgesetzt sind und Spieler bei russischen Vereinen ihre Kontrakte einseitig bis dahin aussetzen dürfen. In einer FIFA-Mitteilung am Dienstag hieß es, dass damit den vom Krieg in der Ukraine betroffenen Spielern, Clubs und Trainern geholfen werden solle.

Am 7. März hatte die FIFA diese Maßnahmen mit einer Gültigkeit bis zum 30. Juni beschlossen. Die Suspendierung eines Vertrages bedeute, „dass Spieler und Trainer bis zum 30. Juni 2022 als vertragslos gelten und es ihnen daher freisteht, ohne irgendwelche Konsequenzen einen Vertrag mit einem anderen Verein zu unterzeichnen“, hatte die FIFA damit erläutert.

Die FIFA und die Europäische Fußball-Union UEFA haben alle russischen Mannschaften von internationalen Wettbewerben ausgeschlossen. In der Ukraine ruht der Fußball-Betrieb seit Beginn des Krieges am 24. Februar. Anfang Juni hatte Verbandspräsident Andrej Pawelko bei der Nachrichtenagentur AP angekündigt, dass der Spielbetrieb der Premier Liga nach Absprache mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im August wieder aufgenommen werden solle.

Michael Rabba

Merz warnt Russland vor Eskalation der Lage in Litauen

19:50
21.06.2022
Unionsfraktionschef Friedrich Merz hat Russland vor einer Eskalation des Konflikts mit dem Nato- und EU-Land Litauen gewarnt. „Ich kann nur hoffen, dass die russische Seite genug Respekt hat, auch vor dem Abschreckungspotenzial, das es dort durch die Nato unter Beteiligung auch deutscher Streitkräfte gibt“, sagte der CDU-Chef am Dienstag vor einer Sitzung der Unionsfraktion in Berlin. Die Moskauer Führung hatte Litauen mit schweren Folgen gedroht, sollte das Land die Transitbeschränkungen gegenüber der zu Russland gehörenden Ostsee-Exklave Kaliningrad nicht einstellen.

Die Lage in Litauen spitze sich auf doppelte Weise zu, sagte Merz. Dass Litauen den Zugang über den Landweg für russische Transporte, die unter das Sanktionsregime fallen, nicht weiter erlaube, sei richtig. „Das ist innerhalb des bestehenden Sanktionsregimes eine zulässige, richtige, zutreffende, notwendige Maßnahme von Litauen.“

Seit mehreren Tagen gebe es mit einem Antrag in der russischen Duma, das Dekret über die Anerkennung der staatlichen Eigenständigkeit Litauens zurückzunehmen, eine zweite Eskalation, kritisierte Merz. Es gebe noch keine Erkenntnisse darüber, wie breit die Zustimmung zu dem Antrag sei. „Aber das ist eine weitere Eskalation, die von Russland ausgeht und die jetzt erstmalig unmittelbar Nato-Gebiet betrifft.“ Merz betonte: „Ich gehe allerdings davon aus, dass die militärische Präsenz nicht nur der deutschen Streitkräfte, sondern auch der Nato-Streitkräfte insgesamt ausreicht, um Russland vor unbedachten Eskalationsschritten zu bewahren.“

Litauen hat seit Samstag den Bahntransit von einigen Waren über sein Territorium in das Gebiet um das frühere Königsberg verboten, die auf westlichen Sanktionslisten stehen. Russland hatte die Beschränkungen als illegal kritisiert und Gegenmaßnahmen angedroht. Das russische Außenministerium berief sowohl den diplomatischen Vertreter Litauens als auch den EU-Botschafter in Moskau ein.

Michael Rabba