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Russische Journalistin nach Kriegsprotest: „Ich bereue nichts“

16:54
21.06.2022
Gut drei Monate nach ihrem Anti-Kriegs-Protest im russischen Fernsehen hat die Journalistin Marina Owsjannikowa ihre Aktion verteidigt. „Ich bereue nichts“, sagte die 44-Jährige am Dienstag beim Women's Forum in Berlin. „Das Gute wird über das Böse siegen. Und ich werde weiter dafür kämpfen.“

Owsjannikowa hatte am 14. März in der Nachrichtensendung des Ersten Kanals des russischen Staatsfernsehens hinter der Moderatorin ein Protestplakat gegen den russischen Angriffskrieg in der Ukraine gezeigt. Darauf stand: „Stoppt den Krieg. Glaubt der Propaganda nicht. Hier werdet ihr belogen“. Dafür bekam sie weltweit Anerkennung. Der Kreml in Moskau verurteilte die Aktion. Die Journalistin wurde zu Geldstrafen verurteilt.

Bei ihrem Auftritt in Berlin sagte Owsjannikowa, sie habe keine Angst gehabt. Nach dem Protest sei zuerst drei Stunden lang im Sendegebäude befragt worden und anschließend 14 Stunden ohne Anwälte auf einem Polizeirevier. „Ich hatte nichts zu verbergen, ich hatte die Wahrheit auf meiner Seite“, sagte die frühere Redakteurin des Staatsfernsehens.

Jetzt sei die Situation für sie absurd. In der Ukraine gelte sie als frühere Propagandistin, in Russland als Verräterin. „Dies ist ein Informationskrieg, niemand traut irgendwem“, sagte sie. „Und ich bin mittendrin.“

Das Women's Forum for the Economy & Society ist eine Konferenz, die den Einfluss von Frauen auf die Politik stärken will.

Michael Rabba

Finnlands Präsident glaubt nicht an Lösung im Nato-Streit vor Gipfel

15:56
21.06.2022
Der finnische Präsident Sauli Niinistö zweifelt daran, dass der Streit mit der Türkei um eine Nato-Aufnahme Finnlands und Schwedens noch vor dem Nato-Gipfel in Madrid gelöst wird. Es könne schwierig werden, bis zu dem Gipfel in der kommenden Woche eine Einigung mit Ankara zu erzielen, sagte Niinistö nach Angaben der finnischen Nachrichtenagentur STT am Dienstag auf einer Pressekonferenz mit der EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola in seiner Sommerresidenz Kultaranta. Auch wenn die Türkei nicht von ihrer Position abgerückt sei, sei es dennoch ein Fortschritt, dass die Länder miteinander verhandelten, sagte er demnach.

Schweden und Finnland hatten Mitte Mai die Aufnahme in das Verteidigungsbündnis beantragt. Die Türkei blockiert derzeit als einziges Nato-Mitglied den Beginn des Aufnahmeprozesses der beiden Länder. Ankara begründet seine Haltung mit der angeblichen Unterstützung Finnlands und Schwedens von „Terrororganisationen“ wie der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK.

Die Einwände scheinen sich vor allem gegen Schweden und weniger gegen Finnland zu richten. Auf Einladung von Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg trafen sich hochrangige Regierungsbeamte der drei Länder am Montag im Nato-Hauptquartier in Brüssel, um über die Bedenken der Türkei zu sprechen.

Michael Rabba

Erste Panzerhaubitzen aus Deutschland in der Ukraine angekommen

14:23
21.06.2022
Knapp vier Monate nach Kriegsbeginn sind die ersten schweren Artilleriegeschütze aus Deutschland nach ukrainischen Angaben in der Ukraine eingetroffen. Der ukrainische Verteidigungsminister Olexij Resnikow bedankte sich am Dienstag auf Twitter bei Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) für die Lieferung der Panzerhaubitzen 2000. Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass die modernen Geschütze in der Ukraine eingetroffen sind.

Michael Rabba