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Ukraine will Verhandlungen mit Russland im August wieder aufnehmen

07:20
18.06.2022
Der ukrainische Chefunterhändler David Arachamija will erst Ende August nach der Durchführung von Gegenangriffen die Friedensverhandlungen mit Moskau wieder aufnehmen. Ende August werde die Ukraine eine bessere Verhandlungsposition haben, sagte er in einem am Samstag erschienenen Interview mit dem Sender Voice of America. „Ich denke, wir werden eine Operation mit Gegenangriffen an verschiedenen Orten führen“, erklärte Arachamija, ohne Details zu nennen.

Die Verhandlungen über eine Friedenslösung haben kurz nach dem russischen Angriff auf die Ukraine begonnen. Ende März hatte Kiew bei den Gesprächen in Istanbul unter anderem vorgeschlagen, auf einen Nato-Beitritt zu verzichten, wenn das Land im Gegenzug internationale Sicherheitsgarantien bekäme. Russland fordert allerdings darüber hinaus noch eine Entmilitarisierung und Gebietsabtretungen. Neben der schon seit 2014 annektierten Krim betrifft dies unter anderem die Gebiete Donezk und Luhansk.

Später kamen die Gespräche zum Erliegen. Verhandelt wurde nur noch über Detailfragen wie den Austausch von Gefangenen, aber keine grundsätzliche Lösung mehr. Moskau macht dafür Kiew verantwortlich. Allerdings setzen beide Seiten offenbar darauf, durch militärische Erfolge, ihre Gesprächsposition verbessern zu können.

Denise Frommeyer

Ukraine meldet Versenkung eines russischen Schleppers

07:15
18.06.2022
Der von ukrainischen Raketen getroffene Schlepper der russischen Schwarzmeerflotte ist nach ukrainischen Behördenangaben gesunken. Der Schlepper „Wassili Bech“ sei am Morgen von ukrainischen Raketen beschädigt worden. „Später wurde bekannt, dass er gesunken ist“, sagte der Militärgouverneur von Odessa, Maxym Martschenko, am Donnerstagabend in einer Videoansprache auf seinem Telegram-Kanal. Eine Bestätigung von russischer oder unabhängiger Seite für die Versenkung gibt es nicht.

Den Beschuss hatte am Donnerstag bereits die ukrainische Marine gemeldet. Demnach wurde das Schiff, das erst 2017 in Dienst gestellt und mit einem Luftabwehrsystem des Typs „Tor“ ausgestattet worden war, von Harpoon-Raketen getroffen und schwer beschädigt worden. Die Schiffsabwehrraketen hatte Dänemark an die Ukraine geliefert. Der Schlepper war demnach mit Militärgerät auf dem Weg zur strategisch wichtigen „Schlangeninsel“, die seit Ende Februar von russischen Truppen besetzt ist.

Die „Wassili Bech“ wäre nicht das erste Schiff, das die russische Schwarzmeerflotte im Krieg gegen die Ukraine verloren hat. Bestätigt wurde von russischer Seite der Verlust des Landungsschiffs „Saratow“ und des Raketenkreuzers „Moskwa“. Vor allem der Untergang der „Moskwa“ als Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte war für die russische Marine ein schmerzhafter Verlust.

Denise Frommeyer

Rumänien mit ukrainischem Getreideexport überfordert

07:06
18.06.2022
Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine hat das benachbarte EU-Land Rumänien mit der schwierigen Aufgabe konfrontiert, als Ausweichroute für den Export von ukrainischem Getreide zu dienen. Wegen der mangelhaften Transport-Infrastruktur hat Rumäniens Staatspräsident Klaus Iohannis jüngst dieses Problem als „logistische Herausforderung von epischem Ausmaß“ bezeichnet. Florin Goidea, Generaldirektor des größten rumänischen Schwarzmeer-Hafen Constanta, sah im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur keine schnelle Lösung.

Mühsam sind schon allein die Transportwege aus der Ukraine bis nach Constanta. „Mehr als 80 Prozent des ankommenden ukrainischen Getreides erreicht unseren Hafen auf kleinen Frachtschiffen über die Donau“, sagt Goidea. Das Donaudelta bildet im Südosten die ukrainisch-rumänische Grenze. Diese Flußfrachter müssen donauaufwärts fahren, von den ukrainischen Donauhäfen Reni und Ismail aus - zunächst auf dem mäandernden Chilia-Arm des Deltas bis nach Cernavoda im Landesinneren und von dort auf dem Donau-Schwarzmeer-Kanal nach Constanta, erläutert der Hafenchef. Das sind von Ismail aus insgesamt gut 320 Kilometer.

Der Weg per Lastwagen ist noch schwieriger: Die Lkw aus der Ukraine müssen wegen der Formalitäten teils wochenlang an den Grenzübergängen warten. Im Hafen Constanta wiederum verursachen schon die täglich 20 bis 25 ankommenden ukrainischen Getreidelaster Gedränge, wie Goidea beklagt. Der Zugang auf Schienen ist so gut wie blockiert, weil die rumänische Staatseisenbahn CFR am Hafenbahnhof 700 ausgediente Waggons abgestellt hatte - von denen inzwischen allerdings mehr als die Hälfte entfernt wurden. 35 Schienenstränge am Hafen sollen nun für 200 Millionen Lei (40,8 Mio Euro) modernisiert werden, sagte Transportminister Sorin Grindeanu.

Wohl gebe es ein Projekt der Regierung zur Erweiterung und Modernisierung des Hafens, doch sei dieses erst im Stadium von geplanten Machbarkeitsstudien, sagt Goidea. Es gehe unter anderem darum, die Zahl der Anlegestellen von derzeit 140 um 17 zu erhöhen und das Hafenbecken tiefer zu machen, um größere Schiffe zulassen zu können. Die Kosten schätzt der Hafendirektor auf eine halbe bis eine Milliarde Euro, über die Finanzierung seien Verhandlungen mit der Weltbank im Gange. Die Hafenverwaltung wolle dazu auch EU-Mittel beantragen.

Denise Frommeyer