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Merz über Scholz' Kiew-Reise: Keine Waffen und zu wenig Konkretes

17:33
17.06.2022
Der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz hat Bundeskanzler Olaf Scholz vorgeworfen, der Ukraine bei seinem Besuch in Kiew zu wenig konkrete Zusagen gemacht zu haben: nicht mehr Waffen und keine Unterstützung für einen Sieg des Landes. „Es macht keinen Sinn, einem Land wie der Ukraine den Beitrittsstatus und den Kandidatenstatus (für die EU) zu geben, wenn das Land als Ganzes in seiner Existenz gefährdet ist“, sagte Merz dem Fernsehsender Welt. „Und da finde ich muss Europa, da finde ich muss auch die Bundesregierung der Bundesrepublik Deutschland mehr tun, als jetzt einen Status zu verleihen, für eine Zeit, die eben erst nach diesem Krieg überhaupt realistischerweise beginnen kann. Wir müssen, meine ich, schon etwas mehr sagen auch zur physischen Existenz dieses Staates, die ja nun von Russland massiv bedroht wird.“

Die Ukraine müsse den Krieg gewinnen - in dem Sinne, dass sie die russische Armee zumindest bis an die Kontaktlinie zurückdränge, die vor Kriegsbeginn am 24. Februar 2022 bestanden habe, sagte Merz. „Und ich hätte mir in der Tat vom deutschen Bundeskanzler eine klarere Sprache gewünscht.“ Seiner Ansicht nach wäre es gut gewesen, wenn die vier Staats- und Regierungschefs eine gemeinsame Sprache auch gegenüber Russland gesprochen hätten. „Dazu sind sie offensichtlich nicht in der Lage, weil der Dissens auf der europäischen Seite zu groß ist.“

Weder habe Scholz neue Zusagen für Waffenlieferungen gemacht, noch würden die Versprechen der Vergangenheit erfüllt. „Da tut Deutschland nach meiner Überzeugung unverändert zu wenig“, sagte Merz. Auch der vereinbarte Ringtausch mit Tschechien, das für die Abgabe sowjetischer Waffen an die Ukraine deutsche Schützenpanzer erhalten soll, funktioniere nicht. „Hier wird ganz offensichtlich gebremst, verzögert bei den Waffenlieferungen. Und wir haben bis zum heutigen Tag keine richtige Erklärung dafür.“

Grundsätzlich sei es aber richtig gewesen, dass Scholz in die Ukraine gereist sei - auch wenn die Reise ein wenig zu spät komme.

Denise Frommeyer

Putin über Atomwaffen: „Alle sollen wissen, was wir haben“

17:13
17.06.2022
Kremlchef Wladimir Putin hat eine von Russland ausgehende Gefahr eines Atomkriegs zurückgewiesen. Sobald man auf Äußerungen ausländischer Politiker reagiere, hieße es sofort, Russland drohe irgendjemandem, sagte Putin am Freitag beim Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg. Dann fügte er hinzu: „Wir bedrohen nichts. Aber alle sollen wissen, was wir haben und was wir gegebenenfalls einsetzen werden, um unsere Souveränität zu schützen.“

Wegen des seit fast vier Monaten andauernden russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine machen sich viele Sorgen, dass es im schlimmsten Fall sogar zum Einsatz von Atomwaffen kommen könnte. Moskau weist diese Absicht stets zurück. Russland betont vielmehr immer wieder, dass es - anders als die USA - in seiner Militärdoktrin kein Erstschlagrecht verankert habe.

Denise Frommeyer