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Polen verlangt EU-Importstopp für Kohle, Öl und Gas aus Russland

09:48
02.03.2022
Polen fordert ein europäisches Embargo gegen Öl, Gas und Kohle aus Russland. Sein Land würde vor allem die Einfuhr russischer Kohle auch sofort einseitig stoppen, sagte Ministerpräsident Mateusz Morawiecki am Mittwoch. Dafür bräuchte er nur die Zusicherung der EU-Kommission, Polen dafür nicht zu bestrafen, weil Sanktionspolitik EU-Sache sei.

EU-Ratspräsident Charles Michel, der bei einem Besuch in Polen gemeinsam mit Morawiecki vor Journalisten sprach, äußerte sich zurückhaltend über ein mögliches Embargo gegen russische Energieträger. Zunächst müssten die bereits beschlossenen EU-Sanktionen gegen Russland umgesetzt werden. Michel schloss aber weitere Strafmaßnahmen nicht aus. Man bereite sich vor, falls weitere Optionen gebraucht würden, sagte der Ratschef.

Jean-Pierre Fellmer

Logistiker Kühne + Nagel stellt Geschäft mit Russland weitgehend ein

08:55
02.03.2022
Der Logistikkonzern Kühne + Nagel fährt sein Geschäft mit Russland und Belarus wegen der Sanktionen im Ukraine-Krieg runter. Man setze alle Sendungen nach Russland mit sofortiger Wirkung aus, teilte die Firma am Mittwoch in Schindellegi in der Schweiz mit. Der Stopp bezieht sich auf Luftfracht, Seefracht und auf Lkw-Ladungen. Es gibt allerdings Ausnahmen: Pharma und generell Gesundheitsprodukte (Healthcare) sowie humanitäre Hilfsgüter sollen weiterhin befördert werden.

Zuvor hatten der Konkurrent DHL seine Transportsendungen ebenfalls eingestellt. Finanziell hat der Schritt nur begrenzte Folgen für die Logistikbranche: Kühne + Nagel zum Beispiel macht weniger als zwei Prozent seines Konzernumsatzes in Russland, in der Ukraine und in Belarus. In der Ukraine hat K+N sein Transportgeschäft ebenfalls eingestellt.

Jean-Pierre Fellmer

Russland und Ukraine verkünden jeweils weitere Erfolge

08:28
02.03.2022
Im Krieg in der Ukraine haben sowohl Moskau als auch Kiew von weiteren Erfolgen berichtet. Das russische Verteidigungsministerium teilte am Mittwoch mit, die Angriffe auf die militärische Infrastruktur der Ukraine seien fortgesetzt worden. Gegen Geheimdienst-Einrichtungen in Kiew seien „hochpräzise Waffen“ eingesetzt worden. Die Hardware-Übertragung des Fernsehturms sei nun deaktiviert.

Seit Beginn des Einmarsches am vergangenen Donnerstag zerstörten russische Truppen eigenen Angaben zufolge mehr als 1500 ukrainische Militärobjekte, darunter insgesamt 58 Flugzeuge am Boden und in der Luft sowie mehr als 470 Panzer und andere gepanzerte Fahrzeuge. Zu eigenen Verlusten machten weder Moskau noch Kiew Angaben. Unabhängig können die Berichte nicht überprüft werden.

Das ukrainische Verteidigungsministerium teilte mit, mehr als 5840 russische Soldaten seien getötet worden. Mehr als 200 Panzer, 860 weitere militärische Fahrzeuge, 30 Flugzeuge und 31 Hubschrauber seien seit Kriegsbeginn zerstört worden. Das Ministerium warf Russland schwere Kriegsverbrechen vor. „Flugzeug- und Raketenangriffe von Russland und Belarus aus auf zivile Gebäude und Schulen, Beschuss von Entbindungsstationen - das ist feiges Verhalten von denjenigen, die keine Ehre haben“, hieß es. „Dies sind keine Militärs, sondern Terroristen, Vertreter eines terroristischen Staates.“ Moskau dementiert vehement, Zivilisten und Wohngegenden zu attackieren.

Jean-Pierre Fellmer